Jagd auf Nandus?

Die Nandus aus Mecklenburg-Vorpommern sind die einzigen wilden in Europa.


Die ersten Tiere hatten sich vor über 15 Jahren nördlich von Ratzeburg angesiedelt, nachdem sie aus einem Gehege ausgebrochen waren. Mittlerweile ist der Bestand auf rund 220 Nandus angewachsen. Bei der Zählung im vergangenen Frühjahr waren es noch 160 Stück. Aus diesem Grund gehen die vom Ministerium zur Beobachtung beauftragten Experten davon aus, dass sich die Tiere weiter ausbreiten werden.

Eine Vergrößerung der Population räumlich, wie zahlenmäßig sei aber insgesamt nicht erwünscht, so die Sprecherin des Ministeriums gegenüber jagderleben. Da sich in den zurückliegenden Jahren auch immer öfter Landwirte und Grundeigentümer über Schäden durch die Neozoen beschwert haben, denkt das Umweltministerium jetzt über Gegenmaßnahmen nach. Im Raum stehen das Einsammeln oder Manipulieren von Eiern und der Abschuss einzelner Tiere. Daher sollen in naher Zukunft Gespräche mit den Naturschutzverbänden geführt werden, um noch in diesem Jahr agieren zu können. Allerdings muss der Kreisbauernverband zuvor einen Antrag für eine Ausnahmegenehmigung stellen.


Rasso Walch Der studierte Förster stammt aus einer traditionellen Jägerfamilie und hat seine Jägerprüfung bereits im Alter von 14 Jahren abgelegt.
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