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JAGD & HUND: FDP will Trophäenjagdangebote verbieten

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Wenn es nach der FDP, der Linken und den Grünen geht, sollen künftig Trophäenjagdangebote auf der Jagd& Hund verboten werden.

In Dortmund (Nordrhein-Westfalen) stehen im September Kommunalwahlen an und auch ein neuer Oberbürgermeister soll gewählt werden. Dies nahm die Tierrechtsorganisation PETA zum Anlass, die Oberbürgermeisterkandidaten bezüglich ihrer Einstellung zu Trophäenjagd-Angeboten auf der Jagdmesse Jagd & Hund zu befragen.

Die Linke, Grüne und FDP gegen Trophäenjagd-Angebote

Die Fraktion der Linken, mit Unterstützung der Grünen hatte bereits im Mai einen Antrag an den Dringlichkeitsauschuss gestellt, Trophäenjagdangebote auf der Jagd & Hund künftig verbieten zu wollen. Daher verwunderte es nicht, dass die beiden Oberbürgermeisterkandidaten sich auch auf Anfrage der Tierrechtsorganisation gegen Trophäenjagdangebote aussprachen.

Doch auch die FDP äußerte gegenüber PETA, dass sich ihr Oberbürgermeisterkandidat Michael Kauch für ein Verbot solcher Jagdreiseangebote einsetzen würde. Kauch wurde mit den Worten zitiert: „Trophäenjagd auf geschützte Arten, die auf dem afrikanischen Kontinent teilweise stattfindet wäre tierschutz- und jagdrechtlich in Deutschland nicht zulässig. (…)“

Auf Anfrage der Redaktion, wie diese Ansicht beispielsweise mit der Einschätzung der IUCN ,dass ein „Ende der Jagd – bei Fehlen tragfähiger, alternativer Einnahmequellen – die weitaus größeren Bedrohungen noch verschärft, anstatt den Schutzstatus jagdbarer Arten zu verbessert“ erwiderte Kauch: „Die Trophäenjagd auf geschützte Arten stellt anders als die Nutzung durch indigene Völker oder die Bestandsregulierung lokaler Überpopulationen durch die Staaten selbst aus meiner Sicht keine ethisch verantwortbare und nachhaltige Nutzung von Ressourcen dar. Mittel für Naturschutz und die Bevölkerung vor Ort können sehr wohl auch durch nachhaltigen Wild-Tourismus erwirtschaftet werden. Das IUCN-Statement sieht letztere Alternative explizit vor.“

Recht auf eigene Werteordnung

Hingewiesen auf den Selbstbestimmungsrecht der afrikanischen Länder, entgegnete Kauch außerdem: „Das Argument, dass nationale Regierungen vor Ort die Trophäenjagd zulassen, ist beachtenswert, kann aber im internationalen Naturschutz kein ausschließliches Kriterium sein. Es geht hier schließlich auch darum, dass mit diesen Jagden in Deutschland Geschäfte und Gewinne gemacht werden. Vor diesem Hintergrund hat die Politik in Deutschland durchaus das Recht, sich vor dem Hintergrund der eigenen Werteordnung und des hiesigen Verständnisses von Naturschutz eine eigenständige Meinung zu bilden.“ Außerdem hätte die Stadt Dortmund, als Eigentümer der Messe das Recht, „die Geschäftspolitik des Unternehmens entsprechend ihrer Werte auszugestalten.“

CDU will an Jagdreiseangeboten festhalten

Die CDU erklärt gegenüber der Tierrechtsorganisation, dass sie Trophäenjagdangebote auf der Jagdmesse nicht verbieten wollen. Die SPD konnte sich noch zu keiner Entscheidung durchringen und will dies über eine Ethik-Komission beraten lassen.

FDP-Bundestagsfraktion stellt sich gegen Meinung von Kauch

Karlheinz Busen, jagdpolitischer Sprecher der FDP, erklärt dazu: "Wir Freie Demokraten wollen keine Jagdreiseangebote verbieten. Das ist weder Beschlusslage der FDP im Bund noch Position der FDP-Bundestagsfraktion. Bei solchen Reisen wird grundsätzlich nicht überregulierend gejagt. Vielmehr sind die Reisenden Teil der Bestandskontrolle der jeweiligen Tierarten. Wenn ein örtlicher Kommunalwahlkandidat eine andere Meinung vertritt, darf er das – es wird damit aber längst nicht zur Ansicht der gesamten FDP."


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