Home News Jägertag NRW: In der GRÜNEN-Zeitfalle?

Jägertag NRW: In der GRÜNEN-Zeitfalle?

Zur Schau gestellte Dialog-<br>bereitschaft: Umweltminister Johannes Remmel (l.) und LJV-Präsident Ralph Müller-Schallenberg (r.). Foto: SYS © SYS

Der 15. Juni 2013 stand in Münster ganz im Zeichen des Landesjägertags NRW. Gleich eingangs lobte NRWs LJV-Präsident Ralph Müller-Schallenberg vor 1.100 Teilnehmern die Gesprächslage mit der rot-grünen Landesregierung als sachorientiert und emotionslos: "Beschwerden über den jagdpolitischen Dialog in NRW sind jedenfalls derzeit unberechtigt." Ein Seitenhieb auf misstrauische Geister in den eigenen Reihen?
NRW-Umweltminister Johannes Remmel (GRÜNE) dankte als Festredner dem LJV für die fruchtbare Zusammenarbeit in Sachen einer beabsichtigten "kleinen" LJG-Novelle. Diese soll eine Straffung der Verwaltung (Abschaffung der Oberen Jagdbehörden) sowie eine verfassungskonforme Verwendung der Jagdabgabe ermöglichen. Nach Remmels Auffassung könnten entsprechende Mittel der Schießstandmodernisierung für bleifreie Projektile und einer Bleibelastungsprüfung (!) von Wurfscheibenständen dienen Auch hielt er die Arbeit der Forschungsstelle für Jagdkunde in puncto Biodiversitätsstrategie für wichtig. Was das für die "historische" Wildartenliste künftig bedeuten mag? Müller-Schallenberg störte sich in Sachen Jagdabgabe an Remmels Terminus "gemeinwohlorientiert", trat vielmehr für den Begriff "gruppennützig", also den Belangen des Jagdwesens dienlich, ein. Insbesondere bei der Forschungsstelle für Jagdkunde sei eine transparente, überprüfbare Mittelvergabe vonnöten. Remmel, der seine Position des Verzichts auf "lebende Tiere" bei der Hundeabrichtung wiederholte, wurde eingeladen, sich in Realität ein Bild zu machen. Einig war man sich auf den Beibehalt von Notfütterungen bei gleichzeitiger Jagdruhe, doch lehnte der Minister eine künftige Kirrjagd ab. Bei allem Zweckoptimismus zeichnete selbst Müller-Schallenberg, als Remmel zwar eine grundlegende LJG-Novellierung ohne "Hau-Ruck-Verfahren" in Aussicht stellte, aber einen Referentenentwurf bereits zum Jahreswechsel. Könnte eine schnelle parlamentarische Umsetzung eine gründliche Stellungnahme des LJV vereiteln? Der LJV-Präsident mahnte genügend Zeit für eine gründliche Entwurf-Prüfung an. DJV-Präsident-Hartwig Fischer referierte als letzter Hauptredner mit Efee über die Neuausrichtung des Dachverbands (wir berichteten hier).
SYS