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Jägerschaft lehnt ab

Nicht mehr nachweisbar: Um den Ersatz für diesen Kuder geht es... Foto: NP Kalkalpen © NP Kalkalpen

Nicht mehr nachweisbar: Um den Ersatz für diesen Kuder geht es... Foto: NP Kalkalpen


Bisher zogen der Landesjagdverband Oberösterreich (OÖ), WWF und der Nationalpark Kalkalpen an einem Strang. Seit 2009 setzen sich alle für die Wiederansiedlung des Luchses ein. Nun stellten sich die Waidmänner aber quer und stimmten der geplanten Ansiedlung eines neuen Kuders zur genetischen Auffrischung der Population nicht zu. Der Grund: „Wir haben gesagt, dass genug Luchse da sind“, erklärte Sepp Brandmayr, Landesjägermeister OÖ, im Gespräch mit der Redaktion.
Die Nationalparkverwaltung und der WWF sehen das anders. Blicke man alleine auf die Nachwuchszahlen könne der Eindruck entstehen, dass es den Pinselohren überdurchschnittlich gut gehe, so Nationalpark-Direktor Dr. Erich Mayrhofer. Seit 2012 habe es zwischen 10 und 14 Jungkatzen gegeben. Auch bei einer Überlebenserwartung von 50 Prozent liege das Problem weniger in der Reproduktion, sondern in der genetischen Verarmung. Laut WWF haben zwei von den im Vorjahr geborenen Jungluchsen Inzuchtprobleme. Zu wenig Nahrung gäbe es hingegen nicht.
Beute, die aber oftmals aus Revieren angrenzender Jäger kommt. Wie Mayrhofer vermutet, lebe etwa die Hälfte der Wildkatzen im, die andere Hälfte außerhalb des Parks. Das ärgerliche: Risse werden dem Abschussplan nicht angerechnet, so Brandmayr. Komme es dann noch dazu, dass sich Individuen in kleineren Gebieten dauerhaft aufhalten, könne man den Unmut einzelner Waidmänner besser verstehen. Dass dies der Fall ist, bestätigt auch der Direktor für zwei an den Park angrenzende Reviere.
„Eine Anrechnung der Risse wäre zumindest ein Entgegenkommen“, sagte der Landesjägermeister. Park-Direktor Mayrhofer setzt zur Problemlösung auf eingehende Gespräche – insbesondere die Inzuchtthematik sei nicht vom Tisch zu weisen. Auch wenn er nicht dafür sei, könne man im Einzelfall auch über Ausgleichszahlungen diskutieren.
MH