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Jägergeld soll Birkwild retten

Kein Freund der Kulturlandschaft: Birkwild. © LJN/ Gräber

Was auch dringend notwendig ist. Denn was bedeuten die genannten „20 Prozent der Gesamtpopulation“? Die Rede ist von zirka 200 Individuen im Großraum der Lüneburger Heide, zersplittert in fünf größere und vier kleinere Teilpopulationen. Da scheint das Ende nahe.
Nicht unbedingt, meint Dr. Egbert Strauß, Wildbiologe der Landesjägerschaft (LJN) und Experte auf dem Gebiet der Birkwildforschung: „Das Birkhuhn hat es geschafft, sich in großen Biotopen sehr gut mit der intensiven touristischen beziehungsweise militärischen Nutzung zu arrangieren“. Gemeint sind unterschiedlichen Lebensraumbedingungen in den Verbreitungszonen: Während im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide neben der intensiven Habitatpflege und einem speziellen Besucherlenkungskonzept den Ansprüchen der Birkhühner Rechnung getragen wird, ist es auf den Truppenübungsplätzen die militärische Nutzung, genauer das Offenhalten der Landschaft, von dem das Birkwild profitiert.
Die Jägerinnen und Jäger in Niedersachsen finanzieren bereits verschiedene Maßnahmen zum Schutz und Erhalt der Birkhuhnpopulation. Viele von diesen, wie etwa das Forschungsprojekt des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) zum Birkhuhn oder das Artenschutzprojekt zum Birkhuhn des Vereins Naturschutzpark Lüneburger Heide (VNP) werden aus Jagdabgabemitteln gefördert. Während in ersterem wesentliche Grundlagen zur Habitatnutzung des Birkwildes und deren Gefährdungsfaktoren untersucht werden, geht es in letzterem schwerpunktmäßig um Landschaftspflegemaßnahmen, die Bejagung von Beutegreifern aber auch die Entwicklung von Besucherlenkungskonzepten.

Die Landesjägerschaft Niedersachsen setzt sich auch in Zukunft für die Verwendung der Jagdabgabemittel für solche Projekte ein. Geld, das die niedersächsischen Jägerinnen und Jäger beim Lösen ihres Jagdscheines aufwenden. Vordringliches Ziel: Die Vernetzung der Teilpopulationen in der Lüneburger Heide durch das Aufrechterhalten von Korridoren zwischen den verschiedenen Birkhuhnbiotopen. Der Aufwand dafür scheint gerechtfertigt, schließlich handelt es sich bei der niedersächsischen Population um eines der letzten autochthonen Vorkommen in ganz Mitteleuropa. PM/RJE