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Jägerdemo: Hunderttausende protestieren gegen Tierschutzgesetz

Phil Kahrs © Phil Kahrs
Phil Kahrs
am
Donnerstag, 24.03.2022 - 09:16
Spanien-Jäger-Demonstration © ©Pacific Press Agency - imago-images.de
Die Jäger kritisieren vor allem die starken Einschränkungen bei der Hundehaltung.

Am Wochenende traten viele Spanier auf die Straßen Madrids, um gegen hohe Energiepreise, die steigende Inflation und ein neues Tierschutzgesetz zu demonstrieren. Vor allem die ländliche Bevölkerung war unter ihnen vertreten. 150.000 Landwirte waren laut „agrarheute“ an den Demonstrationen beteiligt. Wie die „Costa Nachrichten“ berichteten, habe die spanische Polizei eine Teilnehmeranzahl von 100.000 Menschen mitgeteilt. Die Veranstalter der Demonstrationen hätten 400.000 Beteiligte angegeben. Die Jäger und Falkner unter den Demonstraten gingen wegen eines neuen Tierschutzgesetzes auf die Straße.

Drastische Verbote

Wie der in Spanien lebende deutsche Jäger und Falkner Björn Eilers gegenüber der Redaktion erklärte, beinhalte das Gesetz drastische Maßnahmen. Unter anderem sieht es vor, dass Hunde, die nicht getrennt gehalten werden können, kastriert werden müssen. Das Kupieren von Jagdhunden wird zudem verboten. Die Haltung von Hunden wird an einen Hundeführerschein gebunden. Wer einen Hund, unabhängig der Rasse, halten möchte, muss die Prüfung zu so einem Führerschein ablegen. Tötet ein Jagdhund eine verwilderte Katze, kann dieses mit einem Bußgeld von bis zu 200.000 € bestraft werden. Wer mehr als fünf Tiere transportieren möchte, benötigt eine behördliche Genehmigung. Der Transport von fünf oder mehr Tieren gilt als kommerzielle Nutzung und bedarf einer behördlichen Genehmigung.

Harte Einschränkungen für Falkner

Jegliches Tierfutter unterliegt einer veterinärmedizinischen Kontrollpflicht. Wildtiere, zu denen auch Greifvögel zählen, dürfen nicht mehr in privaten Gärten oder auf Terrassen oder Balkons gehalten werden. Auch die Anbindehaltung von Greifvögeln ist nicht mehr zulässig. Hinzu kommt, dass das „Vorführen“ von Wildtieren in von der Öffentlichkeit zugänglichen Bereichen verboten ist. Dazu zählt auch das Beizen von Kaninchen im Stadtpark oder Flugvorführungen.

Die Zucht von Tieren ist nur noch mit behördlicher Genehmigung gestattet. Gehalten werden dürfen nur noch die Tiere, die auf einer sogenannten Positivliste stehen. Diese ist von der Regierung noch nicht veröffentlich worden. Jagdfilme, in denen der Tod von Wildtieren gezeigt wird, werden verboten. Interessenvertreter der Jagd und der Falknerei sind nicht berechtigt, ihre Stimme im Tierschutzbeirat zu äußern. Das Gesetz liegt im derzeit dem Kongress zur Absegnung vor.


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