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Jäger als Zieh-Bache

Der passionierte Jäger Mario Mitterlehner mit Findel-Frischling. Foto: privat


Der passionierte Schwarzwildjäger aus St. Martin im Mühlviertel (Oberösterreich) saß in seinem Büro, als der Anruf kam. Dem hauptberuflichen Sozialpädagogen wurde berichtet, dass ein kleiner Frischling einer Dame mit Hund nachlaufe. „Zuerst einmal hatte ich Sorge, dass die Bache in der Nähe ist und angreifen könnte“, berichtete Mitterlehner gegenüber jagderleben.
Dann machte er sich sofort auf den Weg in sein Revier. Dort angelangt fand er auch gleich den 600 Gramm leichten Schwarzkittel in einem Graben gekauert, kaum noch am Leben und noch mit gut zehn Zentimeter Nabelschnur anhängend. Mitterlehner: „So ein Bild lässt einen ja nicht kalt.“
Er nahm das Keilerchen mit nach Hause und legte ihn erst einmal unter eine Wärmelampe. Nach Rücksprache mit einer Tierärztin bekam er alle zwei Stunden die Flasche mit einer besonderen Mischung zur Ferkelaufzucht, natürlich auch während der Arbeit im Büro. „Mittlerweile gibt es ab und an ein bisschen aufgeweichten Ferkelstarter (eine Art Kraftfutter Anm. d. Red.).“
Jetzt wiegt er schon mehr als das Doppelte und genießt die täglichen Spaziergänger mit seinem „Herrchen“ oder das Wühlen in seinem eigens gebauten Außenbereich. In die freie Wildbahn wird es wohl für den Findel-Frischling nicht mehr gehen. Aber dafür hat Mitterlehner auch schon eine Lösung: Das Schweinchen wird zusammen mit Wollschweinen leben, die der Grünrock hobbymäßig in einem großen Außengehege hält.
BS


Jäger findet Frischling