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Jäger sollen zahlen

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Dienstag, 07.01.2014 - 17:27
Streitobjekt Brieftaube: Kärtner Jäger sollen jetzt den Wert einiger Tiere ersetzen, weil Wanderfalken sie geschlagen haben. Foto: T. Glaser/pixelio © T. Glaser/pixelio
Streitobjekt Brieftaube: Kärtner Jäger sollen jetzt den Wert einiger Tiere ersetzen, weil Wanderfalken sie geschlagen haben. Foto: T. Glaser/pixelio

Der daraus entstandene Rechtsstreit läuft bereits seit neun Jahren. Wie der ORF Kärnten berichtet, hat der Verwaltungsgerichtshof nun entschieden, dass es sich bei Brieftauben um Haustiere handelt. Werden die durch ein Wildtier getötet, müssen laut Kärntner Jagdgesetz die Jäger Schadenersatz leisten. „Wir zahlen jetzt auch. Aber die Kärntner Jägerschaft will das jetzt durchziehen und vor den Verfassungsgerichtshof gehen“, sagt Harald Gadner, eines von zehn Mitgliedern des betroffenen Jagdvereins. Verstehen kann er das Urteil nicht. „In Kärnten dürfen Falken gar nicht bejagt werden.“ Man hätte also auch theoretisch keine Handhabe, um die Brieftauben zu schützen. „Die könnten außerdem auf ihrem Weg genau so gut in jedem anderen Land von einem Raubvogel getötet werden.“
In dem kuriosen Rechtsstreit geht es längst nur noch ums Prinzip – auf beiden Seiten. Der Taubenzüchter ist inzwischen verstorben. Seine Frau kämpft vor Gericht weiter. Ihr gehe es nicht ums Geld, sondern um das Ansehen ihres Mannes, sagt die Witwe. Auf der Gegenseite wollen die Jäger das Landesjagdgesetz kippen. „Kärnten ist das einzige Bundesland, in dem Jagdausübungsberechtigte für Schäden haften, die ganzjährig geschonte Wildtiere – wie der Falke – an Haustieren verursachen. Diese Bestimmung halten wir für verfassungswidrig“, sagte Freydis Burgstaller-Gradenegger, Geschäftsführerin der Kärntner Jägerschaft.
MS