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Jäger wollen wieder zurück in den Dom

Würdiges Gedenken: Jagdhornbläser bei einer Hubertusmesse. Foto: LJV RP © LJV RP

Im Jahr 2009 zelebrierte das Bistum Speyer zum bisher letzten Mal eine Hubertusmesse im Dom. Danach hat die örtliche Jägerschaft keine Zusage mehr für die traditionsreiche Form des Gedankens an ihren Schutzheiligen bekommen. Darüber beklagt sich jetzt auch der Landesjagdverband (LJV) Rheinland-Pfalz in einer Pressemitteilung.
Auf Anfrage der Jägerschaft habe das Bistum mitgeteilt, dass Angesichts der heftig geführten öffentlichen Debatten um Hubertusmessen das Domkapitel bereits vor längerer Zeit beschlossen hätte, im Dom zu Speyer keine Hubertusmessen mehr zu feier. Als Bischofskirche und Unesco-Weltkulturerbestätte sei der Dom von so exponierter Bedeutung, dass er aus dieser Auseinandersetzung herausgehalten werden müsse.
LJV-Präsident Kurt A. Michael hat sich gegen diese Haltung jetzt in einem Brief an Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann gewandt. Darin bringt er seine Überzeugung zum Ausdruck, "dass mit der Ankündigung, künftig keine Hubertusmessen mehr gerade in Ihrer Bischofskirche zu feiern, für alle Gläubigen ein falsches Signal gesetzt wird". Dem Vorwurf, "die Kirche knickt vor Atheisten ein", der von einem enttäuschten Hegeringleiter in einem Brief an den LJV geäußert worden war, will sich der Präsident zwar nicht direkt anschließen, gibt gegenüber dem Diözesanoberhaupt aber zu bedenken, dass die erbittertsten Gegner von Hubertusmessen "letztlich auch jedwede christlich geprägte Moral" ablehnten.
Einen grundsätzlichen Richtungswechsel sieht das Bistum in seinem Beschluss indes nicht: Mit dieser Entscheidung, die sich allein auf den Dom bezieht, sei im Übrigen keine Absage an Hubertusmessen im Allgemeinen verbunden, heißt es in der Stellungnahme. Dies genügt den Jägern nicht. Der Brief des Hegeringleiters an den LJV ging auch an den Bischof. Darin wird dieser gebeten, die Entscheidung zu überdenken. Verbunden mit der Ankündigung "wir werden 2013 nochmals nachfragen".
JMB