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Jäger tanken Wasserstoffperoxid

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr benötigten mehrere Stunden, um die Flüssigkeit zu entsorgen.


Kanister mit Flüssigkeiten sollten immer deutlich beschriften werden. Dies zeigt ein Einsatz der Feuerwehr in Niedergladbach (Rheingau-Taunus-Kreis / Hessen). Zwei Waidmänner hatten ein Auto an der Jagdhütte aus einem Benzinkanister betanken wollen. Dabei hatten sie versehentlich nach einem Behälter mit Wasserstoffperoxid gegriffen und die Flüssigkeit in den Tank des Geländewagens gefüllt, so die Polizei gegenüber der Redaktion. Die Flüssigkeit, die von vielen Jägern zum Bleichen von Trophäen genutzt wird, ist in höherer Konzentration hochexplosiv. Deshalb fällt sie seit der Änderung einer Verordnung unter die "EU-Verordnung über die Vermarktung und Verwendung von Ausgangsstoffen für Explosivstoffe ((EU) Nr. 98/2013)" und darf nicht mehr in höherer Konzentration an "Mitglieder der Allgemeinheit" – wie beispielsweise Jäger – abgegeben werden.

Großeinsatz der Feuerwehr

Nach kurzer Fahrt begann das Fahrzeug zu stottern und der Motor erstarb. Als die Männer den Tankdeckel öffneten, schlug ihnen bereits Schaum entgegen. Sie schleppten das Auto selbst zu einer Autowerkstatt und der Werkstattinhaber informierte über Umwege die Feuerwehr, wie er auf Nachfrage der Redaktion erkärte. Diese evakuierte aufgrund der Explosionsgefahr die anliegenden Häuser und einen Gefahrenbereich von 50 Metern, so die Polizei. Anschließend wurde das entzündliche Gemisch aus dem Fahrzeug gepumpt und mit einem Spezialfahrzeug unschädlich entsorgt. Nur der Mechaniker war mit der Flüssigkeit in Berührung gekommen. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.


Sascha Bahlinger ist seit 2017 bei den dlv- Jagdmedien als Volontär tätig. Den Jagdschein hat er während des Studiums der Forstwissenschaft 2014 erworben.
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