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Jäger stoppt Raubgräber

Im Saarland haben Raubgräber nachts das Gelände einer römischen Villa mit Metalldetektoren abgesucht. © Pixabay/Hans Braxmeier

Ein Jäger entdeckte bei Bubach (St. Wendel, Saarland) mit seinem Nachtsichtgerät nach 21:30 Uhr mehrere Personen mit Metalldetektor, die Grabungen durchführten. In dem Gebiet liegt eine antike Römervilla unter der Erde. Bei einer polizeilichen Prüfung stellte sich heraus, dass die beiden angetroffenen Männer bereits einige Münzen ausgegraben hatten. Eine dritte Person, die sich zuerst versteckt hielt, wurde kurz darauf überprüft. Bei der Durchsuchung des Mannes wurden 31 weitere Münzen aufgefunden und sichergestellt. Die drei Männer im Alter zwischen 28 und 36 Jahren stammen aus der Region und waren wohl gezielt unterwegs. Die Suche ohne Genehmigung ist mit einem Ordnungsgeld bis zu einer Höhe von 250.000 € belegt, so ein Sprecher der Polizei. Die Entscheidung liegt beim Landesdenkmalamt. 

Sondengeher benötigen Genehmigung

Im Saarland benötigen Sondengeher nach Aussage des Landesdenkmalamts eine Genehmigung der Denkmalschutzbehörden für die Suche mit technischen Hilfsmitteln. Wird ein Fund angezeigt, ist eine zusätzliche Grabungsgenehmigung notwendig. Mit den Genehmigungen sei man aber sehr zurückhaltend, so der Sprecher des Denkmalamtes. Diese seien zeitlich und örtlich sehr eng befristet und bezögen sich in der Mehrzahl beispielsweise auf ausgewiesene Neubaugebiete. Landesweit geltende Genehmigungen gibt es überhaupt nicht. Alle Entdeckungen müssen vorgelegt werden, Objekte von wissenschafltlichem Wert gehören automatisch dem Land. Unterschlagungen zu Lasten des Landes seien je nach Fall Straftaten. Massive Raubgrabungen seien selten, die Suche mit Metalldetektoren nehme zu. Raubgräber müssten sich vergegenwärtigen, dass sie „gemeinsames kulturelles Erbe schädigen“, so das Denkmalamt. Die Gesetzeslage in den Bundesländern unterscheidet sich teils erheblich. CL


Christian Liehner Redaktionsvolontär bei den dlv-Jagdmedien. Aufgewachsen am Bodensee. Jagdschein während des Studiums der Politikwissenschaft und Geschichte in Freiburg.
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