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Jäger stellt mutmaßliche Wilderer

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Donnerstag, 21.11.2013 - 01:10
Ol Holler wachsam in seinem Revier: Die letzte Begegnung wird er wohl so schnell nicht vergessen. Foto: privat © Privat

Es war den Revier-Verantwortlichen bereits bekannt, dass irgendjemand sein Unwesen in den Wäldern treiben musste. Leere CO2 Kartuschen, zerschossene Flaschen und ein verendeter Hase ließen das vermuten. Auch um Erholungssuchende zu schützen wurden daher die Kontrollfahrten durchs Revier aufgestockt.
Dann, am Sonntagabend traf Ol Holler – Pächter des Reviers und Inhaber der Jagdschule „Waldfee“ – einen Spaziergänger, der ihm von schussähnlichen Geräuschen erzählte. Auch zwei Personen habe er gesehen. Sofort rief Holler die Polizei. Damit die Wilddiebe nicht entkommen konnten, stellte er sich ihnen mit seinem Wagen in den Weg. Als der Jäger den Männern sagte, dass er eine Streife gerufen habe, ergriff einer mit großen Taschen die Flucht, der andere blieb beim Auto. Kurz verfolgte Holler den Abgängigen, doch nach 80 bis 90 Gängen siegte die Vernunft und er kehrte zurück. Wieder ein Anruf bei den Ordnungshütern: „Ich habe sie gestellt, ein Mann ist geflohen.“ Da hört er auch schon das Martinshorn. Bis dahin vergingen laut Holler, der übrigens keine Waffe mit sich führte, extrem lange 20 Minuten.
Nachdem die eingetroffenen Polizisten eine Armbrust im Kofferraum des Fahrzeugs der Beschuldigten sicherstellten, kam der nach eigenen Angaben wahnsinnig aufgeregte Pächter langsam zur Ruhe. „Wenn ich jetzt darüber nachdenke, ist es das nicht wert gewesen. Die hätten auch anders reagieren können.“ Den Jagdschülern seines aktuell laufenden Kurses sagt er, dass sie es ihm niemals nachmachen sollen. Besser man mache in solchen Fällen Fotos, verständige die Polizei und beobachte aus sicherer Entfernung.
Gegen die Personen wird jetzt wegen Verstoß gegen das Jagd- und Waffengesetz ermittelt, bestätigte Polizeisprecherin Angela Lüttmann auf Nachfrage der Redaktion.
BS