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Jäger stellen Jugendlichen

Das Softair-Gewehr: täuschend echt, auch für Waffenkenner. Foto: Polizei


Rechtlich gesehen hätten die beiden Grünröcke richtig gehandelt, heißt es im Polizeibericht. Sie hatten den Jugendlichen mit dem abgebildeten Gewehr in ihrem Revier entdeckt und gestellt. Mit vorgehaltenen Waffen forderten sie den mutmaßlichen Wilderer auf, sich zu entwaffnen, was er auch tat. Dann verständigten sie die Polizei, die den jungen Mann in Gewahrsam nahm.
„Ich hatte das Softair-Gewehr selbst in der Hand, vom Gewicht und der Handhabung fühlt es sich wie ein Richtiges an“, sagte Polizeisprecher Harald Moyses im Gespräch mit jagderleben. „Erst wenn man das Magazin herausnimmt und die Plastikkügelchen sieht, kann man sich sicher sein, dass es kein Echtes ist.“ Die Kreispolizeibehörde betont daher, dass es sich bei diesen Anscheinswaffen nicht um Spielzeuge handelt. „Glücklicherweise ist er der Aufforderung der Jäger sofort nachgekommen“, so Moyses. Die Waidmänner sollten jedoch bei solchen Vorfällen künftig aus sicherer Entfernung Hilfe rufen und nicht selber tätig werden. Spezialeinsatzkräfte hätten sich dann um den Jugendlichen „gekümmert“. Auch das hätte aber anders ausgehen können. Moyses: „Der 17-Jährige hat sich mit der Aktion in erhebliche Gefahr gebracht.“ Das Führen von „Waffen“ dieser Art ist ohne gültigen Waffenschein ein Verstoß gegen das Waffengesetz. Auch der Verkauf an Minderjährige ist strafbar.
BS