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Jäger rettete Uli Hoeneß vor 40 Jahren das Leben

Rasso Walch © Markus Werner
Rasso Walch
am
Donnerstag, 17.02.2022 - 06:48
Uli-Hoeness-Krankenhaus © imago/Sven Simon
Uli Hoeneß überlebte den Flugzeugabsturz nur mit viel Glück und der Hilfe eines Jägers.

Es war der 17. Februar 1982 als Uli Hoeneß sich als damaliger Manager des FC Bayern München auf dem Weg zum Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Portugal befand. Gemeinsam mit drei Freunden – darunter der Pilot und frühere Skirennläufer Wolfgang Junginger – war er dafür in München ins Flugzeug gestiegen, das ihn nach Hannover bringen sollte. Doch wenige Kilometer vor der Landung stürzte die Propellermaschine gegen 20 Uhr im Schwarzen Moor bei Resse ab. Der Tower des Flughafens, der kurz zuvor noch einen Funkspruch erhalten hatte, löste Alarm aus.

Fuchsansitz bei Neuschnee

Etwa zur gleichen Zeit saß Jäger Karl-Heinz Deppe bei Minusgraden und etwas Neuschnee in seinem Revier auf Füchse an. Der Maschinenbau-Ingenieur hatte Glück und erlegte einen der roten Freibeuter. Als er sich gegen 21 Uhr mit der Beute im Kofferraum seines Ladas auf den Heimweg machen wollte, kam er durch die Ortschaft Resse, wo diverse Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht standen. Da Deppe die Beamten kannte, erkundigte er sich, was vorgefallen sei. „Sie sagten: „Dich schickt der liebe Gott. Da hinten muss ein Flugzeug abgestürzt sein. Kannst du da nicht mal hinfahren?“ Die kamen mit ihren schweren Einsatzfahrzeugen nicht weiter, dort war ja alles Feldweg. Na ja, dann bin ich da mit meinem Geländewagen allein reingefahren.“, schilderte Deppe die Situation in einem Interview gegenüber der „Welt am Sonntag“, als diese mit ihm 2009 die Unglücksstelle besuchten.

Uli Hoeneß wurde beim Aufprall aus dem Flugzeug geschleudert und überlebte den Absturz als einziger der Insassen.

Als der Jäger rund zwei Kilometer weiter und etwa eineinhalb Stunden nach dem Absturz das Flugzeug fand, kroch ihm mit den Worten „ich friere, ich friere“ im Scheinwerferlicht des Autos ein blutüberströmter Mann entgegen. Es war Uli Hoeneß. Eilig machte sich Deppe daran ihm zu helfe. Für die anderen Insassen kam jede Hilfe zu spät. Doch da Deppe den Wagen abgestellt und das Scheinwerferlicht angelassen hatte, war die Batterie leergegangen. Uli Hoeneß saß mit diversen Knochenbrüchen, einer Gehirnerschütterung, einer Lungenquetschung sowie stark unterkühlt bereits auf dem Beifahrersitz.

Kurzerhand nahm der Jäger den erlegten Fuchs aus dem Kofferraum, der dort auf einer Decke lag, warf diesen in einen Graben und wickelte Hoeneß in die Decke. „Dann habe ich meinen Hund und mein Gewehr genommen und bin losmarschiert. Nach einiger Zeit kamen mir dann Rettungskräfte entgegen.“, erklärte er im Interview mit der „Welt am Sonntag“. Diese brachten die Fußballlegende in ein Krankenhaus. Wem Deppe da geholfen hatte, wurde ihm allerdings erst später bewusst, denn da sich der Jäger nicht für Fußball interessierte, kannte er den Fußballmanager und ehemaligen Weltmeister nicht.

Glück im Unglück

Experten kamen später zu dem Schluss, dass der Sitzplatz von Hoeneß hinten rechts im Flugzeug der einzige gewesen sei, der es ihm ermöglicht hätte, zu überleben. Und das auch nur, weil er eingeschlafen und daher nicht angeschnallt war. So konnte er beim Aufprall aus dem Flugzeug geschleudert werden. Doch wäre Karl-Heinz Deppe an diesem Abend nicht auf dem Ansitz gewesen, wäre Hoeneß vermutlich an Unterkühlung gestorben.

Ein besonderes Geschenk

Als Hoeneß nach seiner Genesung seine Retter nach München einlud, war auch Deppe vor Ort und er hatte ein besonderes Geschenk im Gepäck. Der Jäger hatte den erlegten Fuchs am Tag nach dem Flugzeugabsturz aus dem Graben geholt und aus seinem Balg eine Stola für die Frau von Uli Hoeneß fertigen lassen. „Wenn ich nicht auf diesen Fuchs angesessen hätte, wäre ich wohl nie zu diesem Zeitpunkt an dieser Stelle vorbeigefahren. Wenn man so will, hat also der Fuchs Hoeneß das Leben gerettet.“


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