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Jäger reden mit Grünen-Politikern

Intensiver Dialog (v.l.): Reinhold Pix (Grüne) im Gespräch mit dem stellvertretenden Landesjägermeister Wolf Riedl. Foto: BJL © BJL
Ebenfalls gesprächsbereit: Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Foto: Bundesrat/ F. Bräuer © Bundesrat/ F. Bräuer

Ebenfalls gesprächsbereit: Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Foto: Bundesrat/ F. Bräuer

Die Badischen Jäger Lörrach haben die zwei grünen Landtagsabgeordneten Josha Frey und Reinhold Pix zu einem Gedankenaustausch zum Thema Winterfütterung eingeladen. Die beiden Politiker nahmen am 20. September in Todtnau-Präg (Baden-Württemberg) begleitet von rund 20 Jägern an einem Revierbegang teil.
Die anwesenden Revierpächter, Jagdaufseher und der stellvertretende Landesjägermeister Wolf Riedl erläuterten Pix – jagdpolitische Sprecher der Grünen im Landtag – und Frey dabei, wie wichtig aus ihrer Sicht die Winterfütterung gerade auch für das Rehwild ist. „Wir wollten vor allem das Thema Fütterungsverbot ansprechen und den beiden Politikern die realen Verhältnisse im Schwarzwald aufzeigen“, so Kreisjägermeister Dietrich Brombacher gegenüber der Redaktion. Ausserdem sollte auch die Verbands-Basis dazu ihre Meinung äußern können.
Mit der Aktion scheinen die Badischen Jäger bei den beiden Politikern durchaus etwas bewirkt zu haben. Auf Nachfrage der jagderleben-Redaktion zeigte sich Josha Frey schon nachdenklich: Das geplante Fütterungsverbot sei „nur ein Punkt, der noch zu differenzieren sein wird“, so der Politiker.

Auf die Frage, warum überhaupt eine Jagdgesetztesnovelle notwendig sei, führte Pix den Klimawandel, die sich verändernden Naturräume und den Waldumbau ins Feld. Frey sieht vor allem einen Zielkonflikt zwischen Waldbauern und Jägern als Anlass, so die Badischen Jäger. Resümee der Jägerschaft: Die beiden anwesenden Grünen scheinen durchaus gesprächsbereit zu sein.
Damit liegen sie voll auf der Linie ihres Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (ebenfalls Grüne). Der versprach kürzlich von sich aus, mit Landesjägermeister Dr. Jörg Friedmann zu telefonieren. Wenngleich das Thema Änderung des Landesjagdgesetzes „bei weitem nicht als das gravierendste Problem“ der grün-roten Landesregierung in Baden-Württemberg anzusehen sei. Offenbar ist der Regierungschef schon ein wenig genervt, weil die Jäger im Ländle das Thema allenthalben bei öffentlichen Veranstaltungen auf die Agenda setzen: „Kampagnen in der Gesprächsphase, das geht gar nicht“, zitierte das „Haller Tagblatt“ vom 14. September den Ministerpräsidenten weiter.
MW/BHA