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Jäger müssen Hirsche retten

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Sonntag, 09.11.2014 - 01:10

Jäger Ulf Schneider fixiert die Hinterläufe von einem der Hirsche. Foto: Polizei

Aufmerksame Anwohner hatten Ulf Schneider, Vorsitzender des Damwildrings „Herscheidermühle“, verständigt. Zwei Schaufler hatten sich in einem Drahtgeflecht verfangen. „Die waren schon ziemlich abgekämpft“, berichtete Schneider gegenüber jagderleben. Doch bevor die Jäger zur Tat schreiten konnten, baten sie die Polizei aus Sicherheitsgründen eine angrenzende Straße zu sperren. Als das geschehen war, wurden zunächst die Läufe mit Gurten fixierten. Die fünf Männer benötigten rund eine halbe Stunde, um die beiden Mittelalten voneinander zu trennen. Erschöpft, aber nahezu unverletzt entfernten sie sich von ihren Rettern. Glück, das nicht alle Stücke haben.
„Fünf bis zehn mal passiert das bei uns jedes Jahr“, zeigt sich Schneider verärgert. Immer wieder würden Vieh- und Pferdehalter achtlos Zäune oder Zaunteile zurücklassen und so einen qualvollen Tod für Wildtiere in Kauf nehmen. Erst vor vier Wochen haben die erfahrenen „Hirschbefreier“ einen anderen Geweihten mit dem Narkosegewehr betäubt und von seinem unnatürlichen Kopfschmuck befreit. Auch für ihn ging es danach zurück in die Freiheit. Dieser ist nun mit Ohrmarken versehen, „aus Fleischhygiene-Gründen“, erklärt Schneider. Der Waidmann konnte in der Vergangenheit beobachten, dass andere Hirsche offenbar von verfangenen Artgenossen angezogen werden. Durch spielerisches Geplänkel fallen dann ab und an sogar zwei Tiere gleichzeitig den Litzen zum Opfer.
BS