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Jäger ließ Wild verrotten: Amtsgericht verhängt hohe Geldstrafe

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Kathrin Führes
am
Sonntag, 03.10.2021 - 15:41
Fuchs-verrottet © boitano - stock.adobe.com
Unter anderem Fuchskadaver ließ der Angeklagte wohl auf seinem Grundstück verrotten (Symbolbild).

Das Amtsgericht Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz) hat einen 63-jähriger Jäger unter anderem wegen des unerlaubten Umgangs mit gefährlichen Abfällen, Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz in zwei Fällen und des Verstoßes gegen das Waffengesetz zu einer Gesamtgeldstrafe in Höhe von 300 Tagessätzen zu je 30 Euro verurteilt. Zudem wurde er wegen einer vorsätzlichen Ordnungswidrigkeit, nämlich eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz, zu einer Geldbuße von 5.000 Euro verurteilt.
Wie „SWR.de“ berichtet, habe der Mann sein Grundstück wohl komplett verwahrlosen lassen. Überall auf dem Grundstück hätten die Ermittlungsbehörden, nach einem Hinweis, verweste Tierkadaver von Wild- und Haustieren gefunden. Darunter sollen unter anderem Wildschweine, Füchse sowie Kaninchen gewesen sein.

Tierhaltungsverbot auferlegt

Auch in einem „Schlachtraum“ fanden die Ermittler einige Kadaver, ungekühltes Fleisch sowie bereits verpuppte Maden. Es hätte auf dem Grundstück des Mannes eine hohe Gesundheitsgefährdung bestanden, gibt der „SWR“ das zuständige Veterinäramt wieder. Tierseuchen hätten sich dort problemlos ausbreiten können, begründete die Richterin ihr Urteil gegen den 63-Jährigen.

Dem Beschuldigten wurde neben der Geldstrafe auch ein lebenslanges Tierhalte- und Betreuungsverbot auferlegt. Außerdem darf er künftig nicht mehr als Hundetrainer arbeiten. Ein solches Verbot sei bereits 2013 gegen den Mann verhängt worden, jedoch habe er dieses „wissentlich ignoriert“, so die Richterin laut „SWR“.

Mann besaß auch unerlaubte Munition

Bei einer Ortsbegehung während des Prozesses habe man auf dem Grundstück zudem scharfe Munition gefunden und sichergestellt. Diese hätte der Mann jedoch gar nicht mehr besitzen dürfen, da sein Jagdschein mit Hinblick auf das laufende Verfahren nicht mehr verlängert worden war. Daher habe man ihn auch wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz verurteilt.

Der Anwalt des Angeklagten hatte während der Sitzung bereits angekündigt, gegen das Urteil in Revision gehen zu wollen.


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