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Jäger kämpft um Kitze

Waisen durch Unfall: Ein Jäger versucht diese Kitze zu retten. Foto: Polizei


Der Unfall ereignete sich am vergangenen Wochenende bei Titisee-Neustadt (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald, Baden-Württemberg). Ein Autofahrer konnte dem querenden Reh nicht mehr ausweichen, es starb sofort. Am Fahrzeug entstand ein Sachschaden von rund 1.500 Euro. Als Beamte den Unfall aufnehmen wollten, entdeckten sie am Straßenrand zwei Kitze. Diese sollen laut den Polizisten direkt nach dem Zusammenstoß gesetzt worden sein. Zunächst wurde vergeblich versucht, die beiden Tiere in die Obhut eines Tierheims und eines Tierparks zu übergeben. Doch diese weigerten sich.
Glücklicherweise versuchten die Ordnungshüter es dann bei Tierärzten und trafen so auf den Veterinär und Jäger Günter Schwarte. „Das Problem bei diesen Kitzen ist, dass sie nie Muttermilch bekommen haben“, berichtet er im Gespräch mit jagderleben. Schwarte telefonierte sofort sämtliche Ziegen-Halter im Raum Südschwarzwald ab, um Ziegen-Biestmilch (die erste Muttermilch) zu bekommen. Er hatte Glück, musste aber einige Kilometer dafür fahren. „Die nächsten acht Tage sind kritisch,“ sagt der Tierarzt mit 40 Jahren Berufserfahrung. Zwar sei die Prognose für das Ricken- und Bockkitz nicht die beste, dennoch werde er keine Mühen scheuen, um sie am Leben zu halten.
BS


Einen Filmbeitrag vom Jäger und "seinen" Kitzen finden Sie hier auf www.badische-zeitung.de.