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Jäger Grund für Wildunfälle?

Der Unfallwagen: Die Fahrerin wurde schwer verletzt und musste aus ihrem Fahrzeug befreit werden. Foto: Peter Werth


Wie die Polizei berichtet, befuhr eine 34-jährige Frau mit ihrem Audi eine Straße in Senden, als ein Stück Rehwild die Fahrbahn kreuzte. Das Tier wurde durch die Windschutzscheibe ins Fahrzeuginnere geschleudert, wodurch die Lenkerin die Kontrolle verlor, von der Fahrbahn abkam und im Straßengraben zum Stehen kam. Die Verunfallte musste von der Feuerwehr befreit werden und wurde später schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Der Sachschaden beträgt zirka 8.200 Euro.
Zum Glück sind es meistens nicht so schwere Wildunfälle, zu denen täglich viele Jägerinnen und Jäger gerufen werden. Dennoch in aller Regel keine schöne und auch nicht zu selten eine undankbare Aufgabe, die die Grünröcke erfüllen, obwohl sie es gar nicht müssten. Umso größer ist da die Aufregung über die Äußerungen eines Mitgliedes eines kleinen Jagdverbandes in Sachsen (ÖJV). Von der Mitgliederzahl ungefähr gleich bedeutend wie ein örtlicher Kleingartenverein (Die genaue Mannstärke konnte weder der Bundes-ÖJV noch die Landesabteilung benennen, geschätzt werden für Sachsen um die 80). Interessanterweise wird trotzdem dessen Anhängern immer wieder Gehör geschenkt. So auch Henrik Thode. Er behauptet in der Sendung „Umschau“ vom 22. April, dass „traditionelle“ Jäger durch falsche Kirrungen künstlich die Wildbestände hochhalten würden, wodurch das Wildunfallrisiko steige. In die gleiche Kerbe schlägt der Unfallforscher Siegfried Brockmann. Seiner Ansicht nach versuchen Jäger durchs Füttern mehr Wild in ihr Revier zu locken. Da Straßen häufig auch Reviergrenzen seien, nähmen die Grünröcke das Risiko von Unfällen bewusst in Kauf. Dass jedes Jahr jedoch viele Revierpächter freiwillig und aus eigener Tasche tausende Euro in die Prävention (Duftzäune, Wildwarnreflektoren, etc.) gegen Wildunfälle investieren, bleibt dabei vollkommen unerwähnt.
BS