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Jäger vor Gericht – Polizei bricht Waffenschrank auf

Bei der Abholung der Waffen brach die Polizei den Waffenschrank des Jägers auf. © tl6781 - stock.adobe.com
Bei der Abholung der Waffen brach die Polizei den Waffenschrank des Jägers auf. © tl6781 - stock.adobe.com

Bei der Abholung der Waffen brach die Polizei den Waffenschrank des Jägers auf.

Einem Jäger aus Emmerich (Nordrhein-Westfalen) hat sein abgelaufener Jagdschein viel Ärger eingebracht. Der 68-Jährige musste sich Ende April wegen unerlaubtem Waffenbesitz vor dem Amtsgericht Emmerich verantworten. Zuvor hatte er dem Gericht „Betrug“ vorgeworfen und Schadensersatz für seinen zerstörten Waffenschrank verlangt.

Polizei bricht Waffenschrank auf

Nachdem er mehrere Fristen hatte verstreichen lassen, wurden die Waffen des Jägers im August 2018 durch die Polizei abgeholt. Dabei musste der Waffenschrank aufgebrochen werden. Der Mann hatte angegeben er habe den Waffenschrank verschlossen und den Schlüssel einem berechtigten Dritten übergeben.

Gleich mehrere Fristen übertreten

Ein Sprecher Kreispolizeibehörde Kleve erläuterte gegenüber der Redaktion das im Kreis gängige Verfahren bei abgelaufenen Jagdscheinen: Nach etwa vier Wochen sende die Kreisverwaltung eine Aufforderung den Jagdschein zu verlängern mit einer ersten Frist. Verstreicht diese, ergeht eine Einladung zu einer Anhörung. Verstreicht auch diese Einladung reaktionslos wird die Waffenbesitzkarte widerrufen, wobei hier innerhalb von zwei Monaten ebenfalls ein Einspruch möglich ist. In Fällen in denen keine sofortige Gefahrenabwehr von Nöten ist, bestehe also eine vergleichsweise großzügige Fristenregelung.

Gericht findet Einigung mit Angeklagtem

Vor Gericht einigten sich Angeklagter und Staatsanwaltschaft. Das Verfahren wegen unerlaubtem Waffenbesitz wurde eingestellt, der Emmericher verzichtet auf sämtliche Schadensersatzansprüche. Die Waffen – vier Langwaffen und ein Revolver – werden von der Staatsanwaltschaft an einen Waffenhändler, mit dem der Jäger bereits Kontakt hatte, übergeben.

Bis zur Verhandlung lagerten die Waffen als Beweismittel bei der Staatsanwaltschaft. Die Kosten für die Aufbewahrung bei dem Waffenhändler trägt der Angeklagte. Vor dem Verwaltungsgericht läuft ein weiteres Verfahren – der Jäger hat dort Einspruch gegen den Entzug der Waffenerlaubnis eingereicht. CL


Christian Liehner Redaktionsvolontär bei den dlv-Jagdmedien. Aufgewachsen am Bodensee. Jagdschein während des Studiums der Politikwissenschaft und Geschichte in Freiburg.
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