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Jäger, Gerber, Kürschner wollen Pelzmarkt beleben

am
Donnerstag, 10.03.2011 - 01:19
Kürschnermeister Wolfgang Lastner erklärt an den 
Modellen die Vielseitigkeit der Fuchsmode aus 
heimischen Pelzen. Foto: Artenreiches Land © Artenreiches Land

Fernsehleute, Kürschner, Gerber und Jäger diskutieren über die Chancen, heimische Füchse zu vermarkten. Foto: Artenreiches Land

Jäger, Gerber, Kürschner und Verbraucher trafen sich am Ende der Raubwild-Saison im fränkischen Feuchtwangen, um gemeinsam den Markt für heimisches Pelzwerk zu beleben. Das Motto dieser gemeinsamen Informations- und Diskussionsveranstaltung der Regionalinitiative Artenreiches Land – Lebenswerte Stadt e.V. und der Regierungsbezirksgruppe Mittelfranken im Landesjagdverband Bayern lautete dazu: „Wegwerfen oder Nützen: Heimisches Pelzwerk – die natürlichste Sache der Welt?“ Gemeinsames Anliegen war und ist es, die große Anzahl erlegter Winterfüchse zu verwerten. Der Balg des Fuchses ist schön, als Kleidungsstück ist er langlebig und warm. Er kann als zeitgemäßes Accessoire viele modische Akzente setzen und eine Brücke bilden zwischen städtischem Leben und ländlichem Umfeld. Der Balg des Fuchses kann - wie auch das heimische Wildbret - ein Gefühl für die Lebensgemeinschaften um Mensch und Natur vermitteln.
Wichtige Schlüsselstelle der gemeinsamen Arbeit ist dabei die waidgerechte Erlegung der Füchse. In einer offenen Diskussion wurde immer wieder auf die hohe Verantwortung der Jäger während der Jagd hingewiesen. Dabei wurden Schlagfallen beim Fuchs als nicht zeitgemäß hinterfragt und mehrheitlich abgelehnt. Die Jagd ist gefordert, handwerklich gute und den Empfindungen der Mitbürger entsprechende Arbeit zu leisten.
Basis für eine weitere Allianz waren Ablauf und Ergebnisse des Pelzaktionstages. Die Gerberei Trenkwalder aus Scheffau in Österreich übernahm rund 100 Rohbälge von den örtlichen Jägern und bei 10 Euro pro Balg und sofortiger Bezahlung erklärten sich die anliefernden Jäger bereit, auch im nächsten Jahr ihre Füchse wieder abzubalgen. Der Kürschner-Innungsobermeister Egon Samabor aus Regensburg war mit Kollegen aus Fürstenfeldbruck, Nürnberg und Landshut nach Feuchtwangen gekommen und zeigte mit einer attraktiven Modeschau, die von den anwesenden Verbrauchern mit großem Interesse angenommen wurde, zeitgemäßes und außergewöhnlich ansprechendes Fuchs-Design.
Als nächster Schritt zur weiteren Belebung des heimischen Pelzmarktes ist in Deutschland ein nach dem österreichischen Vorbild des „Red Fox Award“ vorgesehener Designerpreis für außergewöhnliche und zeitgemäße Fuchsmode vorgesehen. Dazu wird der Modeausschuss des Zentralverbands des deutschen Kürschnerhandwerks einen Designwettbewerb initiieren, der sich in diesem Jahr der Materialgruppe und dem Motto „Heimischer Rotfuchs“ widmen wird. Voraussichtlich im September 2011 wird die Jury, die sich in der Regel aus fünf Modedesigner und –journalisten zusammensetzt, dann die Sieger auswählen und den Designpreis vergeben. Teilnahmeberechtigt sind alle Kürschner aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Italien und den Niederlanden. Nähere Informationen dazu sind im Internet unter unter www.kuerschner-verband.de beim Zentralverband des deutschen Kürschnerhandwerks erhältlich. PM