Home News Jäger fühlen sich verraten

Jäger fühlen sich verraten

Landesjägermeister Hoffmann zeigte sich enttäuscht über den Entwurf zur Änderung des Landesjagdgesetzes. Foto: MW © MW

Doch kein einziger Vorschlag der Vereinigung der Jäger des Saarlandes wurde berücksichtigt. Demnach könne die VJS diesem Gesetzesentwurf so nicht zustimmen. Hier sind die wichtigsten Fakten zu dem Entwurf, welcher am 19. März im Landtag verabschiedet werden soll:
  • Wildernde Hunde und Katzen dürfen nicht mehr erlegt werden. Nur in begründeten Ausnahmen kann die Ortspolizeibehörde die Tötung anordnen.
  • Der Schrotschuss soll als Fangschuss auf Schalenwild und auf „gestreifte Frischlinge“ gestattet werden.
  • Die Ausbildung der Jagdhunde an lebenden, aber flugfähigen Enten und im Schliefenbau am Fuchs soll erhalten bleiben.
  • Überjagende Hunde anlässlich von Bewegungsjagden sollen „keine Störung der Jagdausübung“ mehr sein, wenn nur drei solcher Jagden im Jahr stattfinden.
  • Für das meiste Wild, auch für den Fuchs, soll die Jagd am 15. Januar enden. Die Jagd auf Rehböcke und Schmalrehe soll bereits am 15. April beginnen. Der Dreijahresabschussplan für Rehwild würde entfallen.
  • Schwarzwild erhält eine Schonzeit (16. Januar bis 30. April), allerdings nur dort, wo es keinen Schaden anrichtet.
  • Kirrungen für Schwarz- und Rehwild sollen mit räumlichen und zeitlichen Einschränkungen erlaubt bleiben.
  • Marderhund, Nutria, Waschbär und Mink kommen mit ganzjähriger Jagdzeit sowie die Nilgans mit Jagdzeit vom 1. November bis zum 15. Januar ins Jagdrecht.
  • Ab dem 1. Januar 2016 darf nur noch mit bleifreier Munition geschossen werden. Jäger, die an Bewegungsjagden teilnehmen, müssen einen besonderen Schießnachweis vorlegen.
  • Die Mindestpachtzeit soll auf fünf Jahre herabgesetzt werden, die Höchstpachtdauer zehn Jahre betragen.
Noch sind die Änderungen kein Gesetz. Dennoch zeigte sich Hoffmann enttäuscht: „Unser Entsetzen über den begangenen Wortbruch ist groß“. Zur Erinnerung: Kurz nach dem Ende der so genannten „Jamaika – Koalition“ schaltete die CDU Saar in der Frühjahrausgabe 2012 des VJS – Organs „Saarjäger“ eine ganzseitige Anzeige. Die drei Landtagsabgeordneten und Jäger, Hans–Gerhard Jene, Dagmar Heib und Günter Heinrich, tönten darin: „Das bestehende, bewährte Jagdgesetz bleibt auch in Zukunft im Saarland ein verlässlicher Partner von Jagd und Naturschutz.“ Weiter schreiben sie in der Anzeige: „Tierschutzrechtliche Belange werden gerade von den Jägern schon immer sehr ernst genommen. (...). Nur ein klares, ideologiefreies Jagdgesetz hilft, dass Naturschutz und Jagd konfliktfrei und zum Wohle von Wild und Wald organisiert werden.“ Von diesen Versprechen ist jetzt nichts mehr zu hören.
Günther Klahm