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Jäger erschießt halbzahmen Nandu

Dieser halbzahme Nandu wurde auf polizeiliche Anordnung geschossen. Foto: Stefan Laurent © Stefan Laurent

Der Tod des Vogels, der sich seit Dezember in der Region aufhielt und von Anwohnern auf den Namen "Ophilia" getauft worden war, löst auch heute noch Empörung aus und lenkt den Missmut auf den Jagdpächter. Jener sieht sich einem Bericht des "Münchner Merkur" zufolge nun als "Werkzeug". Die Polizei habe nämlich mit der Begründung der Vogel sei verletzt und stelle eine Gefahr dar, angeordnet den Vogel zu erlegen. Er selbst "habe den Vogel nie auf der Straße und auch keine Gefahr gesehen".
Auch eine Verletzung sei nicht zu sehen gewesen, so der Waidmann weiter. Außerdem habe er der ortsansässigen Familie Laurent, die den Nandu einfangen wollte, das Wort gegeben dem Tier nichts zu tun. "In ungefähr 14 Tagen hätten wir den Vogel eh gehabt", so Stefan Laurent gegenüber der Redaktion. Seiner Auffassung nach habe auch keine Gefährdung für den Straßenverkehr bestanden, da der Nandu Angst davor gehabt habe.
Da der Vogel nach Ansicht der Polizei aber eben jene darstellte, habe der Jäger sein Versprechen brechen müssen, was ihm jetzt "im Herzen weh" tue. Die Entscheidung der Polizeidirektion den Vogel nach über dreimonatiger Anwesenheit zu beseitigen, begründete auf der Aussage eines Zeugen, der angab, der Vogel sei verletzt und halte sich in Straßennähe auf. Außerdem habe man schon zuvor versucht ein Blasrohr mit entsprechender Betäubungsmunition aus dem Tierpark München Hellabrunn zu bekommen, was aber misslungen war.
In Kombination mit der Aussage des unbekannten Zeugen, kam man zur "Überzeugung den Vogel beseitigen zu müssen." Gegenüber der Redaktion teilte die Polizeidirektion aber noch mit, dass man zu einem anderen Entschluss gelangt wäre, hätte man "alle jetzt vorliegenden Infos gehabt." Laurent hat den Vogel noch nachträglich in der Tierversuchsanstalt Grub untersuchen lassen: "Ophilia" hat demnach nichts gefehlt.
MW
 


Martin Weber Crossmedia-Redakteur der dlv-Jagdmedien, verantwortet das Magazin "Bergjagd". Hat Forstwissenschaften an der TU München und Wildtierökologie an der BOKU Wien studiert.
Crossmedia-Redakteur der dlv-Jagdmedien, verantwortet das Magazin "Bergjagd". Hat Forstwissenschaften an der TU München und Wildtierökologie an der BOKU Wien studiert.