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Jäger bezieht nach Polizeigroßeinsatz Stellung

Einschießen von Jagdwaffen im Revier ist erlaubt (Symbolbild).


Anfang der Woche riefen mehrere Anwohner in der Nähe von Aachen (NRW) bei der Polizei wegen Schüsse an. In der Folge wurde die Autobahn 44 gesperrt. Es stellte sich heraus, dass zwei Jäger ihre Waffen im Revier einschossen. Nun meldete sich einer der betroffenen Waidmänner bei der Redaktion zu Wort und erläuterte das Geschehen aus seiner Sicht.

Demnach sei es richtig, dass Waffen verschiedenen Kalibers eingeschossen wurden – eine .223 Rem. und zwei Gewehre in .22 lfB. Kugelfang und sicheres Schussfeld waren zu jeder Zeit gegeben betont er. Denn bei dem Revier, das komplett von Autobahn, Bundesstraßen und Bebauung umschlossen ist, sei bei der Schussabgabe stets auf "größte Sorgfalt und Sicherheit" zu achten.

"Die ausgewählte Ecke im Revier ist der einzige Ort an dem sicher eingeschossen werden kann, ohne das Erholungssuchende unbemerkt das Schussfeld betreten können oder in den Gefahrenbereich gelangen", erklärt der Jäger weiter. Der Platz ist etwa 300 Meter von der Autobahn und mindestens 650 Meter von der nächsten Bebauung entfernt.

Vermummte Polizisten mit Waffen im Anschlag

"Nachdem wir bereits zwei Stunden zugange waren, bekam ich einen anonymen Anruf – es war die Polizei", schildert er den Hergang. Die Beamten hatten sein Auto in der Nähe stehen sehen und waren so auf ihn gekommen. Die Beamtin von der Leitstelle erkundigte sich daher bei ihm, ob er im Revier an besagtem Ort schießen würde. Als er dies bejahte, bat sie ihn und seinen Begehungsscheininhaber sich ohne Waffen zum Auto zu begeben.

Dort angelangt, kamen etwa 15 bis 20 vermummte Polizisten mit Waffen im Anschlag aus ihrem Versteck. Kurze Zeit später und nach einer Kontrolle der Jagdscheine, der Waffenbesitzkarten und der Waffen, war die Situation aufgeklärt. Auch, dass das Einschießen rechtlich erlaubt ist, wurde schnell deutlich. Daher erwarten ihn und seinen Mitjäger keinerlei Konsequenzen.

"In Zeiten von Terroranschlägen und Gefahren ist es gut, dass die Polizei so reagiert, aber eventuell sollte man einfach vorher kurz anrufen, sodass die Kollegen nicht gleich die Autobahn sperren und alle in Aufruhr versetzen. Beim nächsten Mal und wenn es zeitlich möglich ist, werden wir dennoch wieder auf den Schießstand zum Einschießen gehen", sagt der Betroffene rückblickend.


Rasso Walch Der studierte Förster stammt aus einer traditionellen Jägerfamilie und hat seine Jägerprüfung bereits im Alter von 14 Jahren abgelegt.
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