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Jäger in Angst: Wilderei bei Niedenstein

Wildschwein-Wilderei © Knödl
Die Jäger fanden sowohl verwendetes Schwarz-, als auch Rehwild.

In der Nacht des 16. Augusts war Arndt Kemper in seinem Revier auf Sauenpirsch. Plötzlich hörte er einen Schuss. Dieser war sogar so nahe, dass er zusammenzuckte. Bei Arndt Kemper machte sich ein unwohles Gefühl breit. Der Grund: Seit einiger Zeit, treibt sich in seinem Revier ein Wilderer umher. Das Revier des Pächters liegt bei Niedenstein (Schwalm-Eder-Kreis, Hessen). Dort jagt er mit weiteren sechs Jägern und einem Jagdaufseher.

Jaeger-Niedenstein © Knödl

Die Jäger rund um Niedenstein arbeiten mit der Polizei zusammen.

Die Jäger schließen sich zusammen

Seit mittlerweile zwei Jahren hören die Jäger nicht nur Schüsse, die niemandem zugeordnet werden können, sondern finden auch verendetes Reh- oder Schwarzwild. Die Tiere besaßen jedesmal eine Schussverletzung, so Arndt Kemper gegenüber der Redaktion. Die Vorfälle könne man auf ein Gebiet zwischen zwei Revieren eingrenzen, berichtet der Pächter weiter. Daher setzte sich Kemper mit den dort zuständigen Jägern in Verbindung. Mittlerweile existiert sogar eine Whatsapp-Gruppe, in der sich die Waidmänner gegenseitig informieren.

Schüsse bei Vollmond

Die Schüsse haben die Jäger vornehmlich in Vollmondnächten wahrgenommen. Daher vermuten sie, dass der Wilderer keine Technik, wie Nachtsichtgeräte oder ähnliches einsetzt. Arndt Kemper fügt an, dass der Schussknall auf ein Gewehr mit montierten Schalldämpfer schließen lässt.

„Ich habe Angst um Leib und Leben“, erzählt Arnd Kemper der Redaktion. Schließlich wisse man nicht, ob er auch auf Menschen schießt, sollte man den Wilderer auf frischer Tat erwischen. Genauso wolle er wieder Sicherheit für die Menschen in der Umgebung herstellen.

1.000 Euro Belohnung

Kemper hat die Vorfälle stets der Polizei gemeldet. Diese hat erneut ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Sachdienliche Hinweise nimmt die Polizeistelle Fritzlar unter der Telefonnummer: 05622 / 99660 entgegen. Arndt Kemper selbst setzt außerdem eine Belohnung von 1.000 Euro auf Hinweise aus, die zur Ergreifung des Wilderers führen.


Eva Grun hat mit 16 Jahren ihren Jugendjagdschein gemacht, jagt im Frankenwald und ist seit 2019 Volontärin bei den dlv-Jagdmedien.
Eva Grun mit Drahthaar.