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Jäger angeklagt: Wildschwein zu lange leiden lassen?

Einem Jäger wurde vorgeworfen, dass er ein Stück Schwarzwild nach dem Schuss zu lange leiden ließ (Symbolbild). © gabort - stock.adobe.com

Einem Jäger wurde vorgeworfen, dass er ein Stück Schwarzwild nach dem Schuss zu lange leiden ließ (Symbolbild).

Ein Jäger wurde kürzlich von der Staatsanwaltschaft Stendal (Sachsen-Anhalt) angeklagt, da er ein von ihm beschossenes Stück Schwarzwild zu lange habe leiden lassen. Der Jäger soll bei einer Drückjagd im Elb-Havel-Winkel eine Sau beschossen haben, die nicht sofort verendete, sondern sich nach Aussage des Staatsanwalts „aufbäumte“ und litt.

Zeugen verfolgten das Geschehen und zeigten den Waidmann wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz an. Auch die Tierrechtsorganisation PETA erstattete Anzeige gegen den Jäger. Beweismittel war unter anderem ein Video der Szenerie.

Tatvorwurf war, dass der Jäger die angeschossene Sau nicht in „angemessener Zeit“ bzw. zeitnah von ihrem Leiden erlöst hätte. Auf Rückfrage der Redaktion, was eine „angemessene Zeit“ sei, wurde auf eine Einschätzung im individuellen Fall hingewiesen. Der Anklage erhebende Staatsanwalt befragte in seinen Ermittlungen auch den Leiter der Jagd. Dieser bestätigte, dass der beschuldigte Jäger ihn nicht verständigt habe, um den Stand verlassen und das Tier erlösen zu können. Das Verfahren wurde nach §153 a StPO gegen eine Zahlung von 1.500 Euro eingestellt. 


Hannah Reutter geboren in Stuttgart, in der Landwirtschaft aufgewachsen, Jägerin und Führerin von DD & Dackel, seit 2018 bei den dlv Jagdmedien als Volontärin tätig.
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