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Jäger zu Abschüssen verurteilt

Rotwild: Im Stadtwald von Zierenberg soll es zu viel geben. Foto: Jürgen Borris © Jürgen Borris

Die untere Jagdbehörde des Landkreises Kassel hatte zuvor angeordnet, dass in den betroffenen fünf Revieren im Stadtwald Zierenberg jeweils drei Stück Rotwild erlegt werden müssen. Begründung: Auf einer Fläche von 19,5 Hektar sollen nahezu sämtliche Eschen geschält worden sein. Da sich das Holz nur noch zum verbrennen eigne, entstand ein wirtschaftlicher Schaden in sechsstelliger Höhe. Ebenso sei die Baumart für den Klimawandel von erheblicher ökologischer Bedeutung. Bis zum 31. August 2013 sollte je Revier mindestens ein Stück Rotwild geschossen werden. Andererseits werde der Landesbetrieb „Hessen-Forst“ auf Kosten der Jäger aktiv.
Gegen diese Anordnung hatten sich drei Jagdausübungsberechtigte gewehrt und stellten beim Verwaltungsgericht Anträge im Eilverfahren. Sie argumentierten, dass die Pflanzen nicht durch Tiere, sondern durch das „Eschentriebsterben“ (Pilzerkrankung, Anm. d. Redaktion) eingegangen sind.
Das Gericht folgte jedoch der Auffassung der Jagdbehörde und wies die Eilanträge mit Beschluss vom 2. August zurück (AZ: 4 L 841/13.KS). Es stellte fest, dass die Schäden eindeutig von Rotwild verursacht wurden. Gegen die Entscheidung können die Pächter Beschwerde beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel erheben.
Im Gespräch mit jagderleben zeigte sich Theodor Arend, Bereichsleiter „Produktion“ beim für den Stadtwald zuständigen Forstamt Wolfhagen, betrübt: „Die PEFC-Zertifizierung steht auf dem Spiel, wir mussten leider diesen Weg gehen. Doch man werde erst als Ultima Ratio selbst Abschüsse tätigen, machte der um Schadensbegrenzung bemühte Arend deutlich.
BS


Quelle: www.jagderleben.de