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Jäger soll 12.000 Euro Strafgeld zahlen

In manchen Wäldern muss fast rund um die Uhr mit Sportlern gerechnet werden. Foto: FA Springe


Die Frau – eine 50-jährige Ärztin – wurde von dem Hund in Arm, Hüfte und Oberschenkel gebissen. Der Weimaraner war nicht angeleint. Nach Auffassung des Angeklagten habe die Geschädigte ihre Verletzungen selbst verschuldet, weil sie ihn durch ihr Laufen erschreckt habe.
Im Prozess wurde allerdings offenkundig, dass der angeblich ausgebildete Hund schon zuvor auffällig geworden war: Er hatte den Ehemann der Ärztin ebenfalls beim Joggen angefallen und bei einem anderen Vorfall einem kleinen Kind in die Wade gebissen. Da war der Weimaraner vier Monate alt.
Der Jäger und die Joggerin waren sich im Wald auf einem engen öffentlichen Waldweg begegnet. Als die Joggerin den Hund des Jägers, der unangeleint war, von weitem sah, will sie stehen geblieben sein. Der Jäger stellte es anders dar: Man sei sich auf einem schmalen uneinsehbaren Weg begegnet, der Hund sei erschrocken gewesen und habe im Instinkt zugebissen. Er habe nur sein Herrchen schützen wollen. Die Ärztin will aber bereits 30 Meter vor dem Hund stehen geblieben sein, aus Angst, weil ihr Mann eine Woche vorher vom gleichen Hund attackiert worden war. Der Hund sei auf sie zugestürzt und habe sie sofort angegriffen.
Das Gericht verurteilte den Jäger zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 200 Euro. Das Urteilt akzeptiert er nicht, will in Berufung gehen. Auch die Staatsanwaltschaft behält sich Berufung vor, findet die Strafe zu gering. Sie hatte die Verurteilung zu 90 Tagessätzen gefordert, was die Regelzuverlässigkeit des Jägers in Frage gestellt hätte und Jagdschein und Waffenbesitzkarten in Gefahr bringt (AG Bonn Az. 75 Ds 127/12 v. 20.04.2012). PB