Home News IWA 2011: Reibereien zwischen Herstellern

IWA 2011: Reibereien zwischen Herstellern

Repräsentierten Merkel bei der IWA (v.l.): Hamad Khalifa Al Neyadi und Olaf Sauer. Foto: Merkel
Swarovski-Vorstandsmitglied Johannes Davoras. Foto: SE © SE

Swarovski-Vorstandsmitglied Johannes Davoras. Foto: SE

Die Anteile am Jagdwaffen- als auch am Jagdoptik-Markt sind offensichtlich so heiß umkämpft, dass die Hersteller immer häufiger gezwungen sind, ihre Produkte und Entwicklungen rechtlich nicht nur zu schützen, sondern auch auf dem Rechtsweg zu verteidigen.
Mittlerweile geht es dabei jedoch nicht mehr nur um die Abwehr von Billig-Plagiaten aus Fernost. Es ist zu beobachten, dass auch die Beziehungen Europäischer Premium-Hersteller untereinander nicht mehr ungetrübt sind.
Eine Kostprobe davon lieferten in den vergangenen Monaten die Blaser Finanzholding GmbH und Merkel, Suhl, mit ihrem Scharmützel wegen der Bezeichnung "Helix" (Link: jagderleben.de berichtette hier). Die Angelegenheit ist rechtlich noch nicht endgültig entschieden. Im Rahmen einer Presskonferenz bekräftigte Merkel bei der IWA seinen Anspruch auf die Bezeichnung. Seit 2007 gehört Merkel zur "Tawazun Holding", einem Staatsfonds des Emirats Abu Dhabi. Dessen Portfolio Manager Hamad Khalifa Al Neyadi (in Personalunion Geschäftsführer der Merkel Muttergesellschaft Caracal International LLC), erklärte auf Nachfrage, dass der Name „Helix“ definitiv zu Merkel gehöre und somit der jüngste Spross der Merkel-Waffenfamilie auch weiterhin RX Helix heißen werde.
Nicht bloß um Begriffe, sondern um technische Details geht es bei der sich abzeichnenden Auseinandersetzung zwischen den Firmen Leica und Swarovski. Am Vorabend der IWA präsentierte Leica der Fachpresse die Zielfernrohr-Reihe "Magnus". Das vor allem als Kamera-Hersteller bekannte Unternehmen machte damit seine Ankündigung wahr, neben Entfernungsmessern und Beobachtungsoptik in Zukunft auch Zielfernrohre anzubieten und so sein Sortiment zu komplettieren.
Nur einen Tag später fand dieser Schritt seinen Widerhall: Bei einer Pressekonferenz am IWA-Freitag erklärte Swarovski-Vorstandsmitglied Johannes Davoras, dass die neuen Magnus-Zielfernrohre von Leica nach Ansicht von Swarovski-Technikern Patentrechte des Unternehmens verletzten. Die neuen Leica Zielfernrohre sind wie die bekannte Z6-Reihe von Swarovski mit 6-fach-Zoom ausgestattet. Swarovski werde dies nun überprüfen. Davoras kündigte an, dass Swarovski sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zur Wehr setzen werde, wenn sich der Verdacht von Patentrechtsverstößen bestätigen sollte. Man darf also gespannt sein. RJE