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IWA 2011 eröffnet - Waffenregister kommt

Abteilungsleiter Norbert Seitz vom Bundesministerium des Inneren. Foto: JD © JD
Die Riege der Redner bei der Eröffnungsfeier. Foto: JD © JD

Die Riege der Redner bei der Eröffnungsfeier. Foto: JD

Bei der offiziellen Eröffnungsfeier begrüßte zunächst Jürgen Triebel, der Präsident des Verbandes der Deutschen Büchsenmacher und Waffenfachhändler e.V. (VDB) die Gäste. Er unterstrich die Bedeutung der Messe für die gesamte Branche und seinen Verband. Erstmals so Triebel wird es in diesem Jahr das "IWA-Fachforum" auf dem Stand des VDB geben, in desen Rahmen Fachinformationen für Mitglieder und Interessierte. Eine besondere Freude war es ihm, zu verkünden, dass es dem VDB gelungen ist, auf über 1000 Mitglieder anzuwachsen. Für den Verband der "Hersteller von Jagd-, Sportwaffen und Munition" sprach dessen Präsident Olaf Sauer (Merkel) von der IWA als "einer Erfolgsgeschichte". Der Focus der Branche, so Sauer, liege auf den internationalen Märkten. Kaufanreize wecken und die Qualität laufend verbessern, laute das Motto. Die Deutschen Hersteller hätten damit kein Problem, zweifeltenn aber am Standort Deutschland, da hier die Rahmenbedingungen immer schlechter würden. Als Beispiel nannte der Merkel-Geschäftsführer die Tatsache, dass die Kosten für staatliche Beschussprüfung enorm gestiegen sein, gleichzeitig der Service bei den Beschussämtern immer weniger werde. Dr. Ulrich Maly, Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg, freute sich, dass die IWA 2011 ohne negative Begleiterscheinungen an den Start gehen konnte.
Hauptredner für Politik und Verwaltung war Norbert Seitz, Abteilungsleiter im Bundesministerium des Inneren. Er nahm für sein Haus folgendes in Anspruch: "Wir sehen nicht nur die rechtliche Seite, sondern sind uns der Bedeutung des Waffengewerbes bewusst." Dessen Vielfalt - vom Büchsenmacher bis zum Industriebetrieb - müsse erhalten werden, meinte der Ministeriale. Ausdrücklich dankte Seitz dem "Forum Waffenrecht". Es habe bisher immer konstruktiv und verantwortungsbewusst seine Expertise gegenüber dem Ministerium eingebracht.
Mit Spannung erwartet waren Aussagen zur etwaigen Einführung von technischen Sicherungssystemen. Hier so Seitz, könne man "an der Waffe oder am Schrank ansetzen". Aber nur, wenn ein echter Sicherheitsgewinn damit verbunden ist und die Handhabung sachgerecht erscheint, wolle das Ministerium hier Regelungen treffen. Dies "zeichnet sich derzeit nicht ab".
Anders dagegen die Einführung eines Nationalen Waffenregisters: Dieses wird planmäßid am 31. Dezember 2012 den Betrieb aufnehmen. Per Web-Browswe werden dann die darin erfassten Daten für alle berechtigten Behörden jederzeit abrufbar sein. Der "Lebenszyklus" einer legalen Waffe wird somit lückenlos dokumentiert.
Abschließend würdigte Seitz den gesellschaftlcher Beitrag und die wichtige Rolle von Sportschützen und Jägern. Er gab aber zu bedenken, dass die Bevölkerung sensibel reagiere, wenn legale Waffen missbraucht werden. Unbestritten seien illegalen Waffen das größere Problem, dennoch ergehe der Apell: "Niemals den Respekt vor der Waffe verlieren."
Eine besondere Note brachte der Vortrag von Wolfgang Grupp, Geschäftsführer und Inhaber der Trigema GmbH & Co KG, in die Eröffnungsfeier. Der Textilunternehmer redete den Waffenherstellern ins Gewissen: Heimische Arbeitsplätze seien wichtig und könnten auch gehalten werden, wenn Unternehmer ihre Aufgabe erfüllen. Die Diskussion um den Standort Deutschlend sei oft eine Diskussion um Unternehmer und Manager am Standort Deutschland. Gier und Größenwahn hätten in jüngster Zeit für Schlagzeilen gesorgt. Millionen und Milliardenverluste wurden aber anschließend den Steuerzahlern überlassen. Sein Credo: "Verlagerung von Arbeitsplätzen heißt für mich versagen", sorgte für nachdenkliche Minen bei den versammelten Unternehmensvertretern. JMB