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Isegrim sorgt für Schlagzeilen

Ein Schäfer konnte diesen Jungwolf aus zwei Metern Entfernung auf seiner Weide fotografieren. Foto: Eberhard Klose © Eberhard Klose

Ein Übergriff auf eine Schafherde in der Nähe von Röbel (Landkreis Röbel/ Müritz) wird einem Wolf zugerechnet. Acht Tiere wuden in der Nacht vom 12. auf den 13. November getötet, drei verletzt und eins wird vermisst, teilte das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern mit. Herbei gerufene Rissgutachter und Wolfsbetreuer gehen davon aus, dass ein Wolf der Verursacher ist. Nach dem Vorfall wurde die restliche Herde aufgestallt. Die Weide erhielt eine sichere Elektro-Zäunung.
Auch aus Sachsen gibt es Neues von Isegrim. Bei Malschwitz im Kreis Bautzen riss ein Grauhund drei Schafe auf einer nur unzureichend gesicherten Koppel, wie das Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz mitteilte. Ebenso vermuten die Wolfsexperten rund 40 Kilometer weiter nordöstlich im Hohwald bei Neustadt (Sachsen) ein neues Wolfsrudel.Der Schäfer Eberhard Klose konnte einen Jungwolf in einer seiner gezäunten Weiden aus zwei Metern Entfernung fotografieren. "Besondere Panik hat der nicht gehabt", so Klose gegenüber der Redaktion.
Das Bündner Amt für Jagd und Fischerei warnt derzeit vor einem möglichen "Wolfstourismus" am Calanda in Graubünden. Immer wieder würden Privatpersonen Fotofallen zusammen mit Fleischködern aufstellen. Das führe laut dem Wildbiologen Hannes Jenny zum Problem, da dadurch die Wölfe menschlichen Geruch mit Nahrung verbinden würden und so die Scheu verlieren können. "Das endet dann häufig mit dem Abschuss der Tiere", so Jenny gegenüber der "Aargauer Zeitung". Beinah zeitgleich verkündete das benachbarte Kanton St. Gallen den ersten Wolfsriss auf Kantonsgebiet. Scheinbar konnten die zwei Schutzhunde die rund 400 Schafe nicht ausreichend bewachen.
Bettina Diercks/BS