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Invasive Arten: Mehr als 116 Milliarden Euro Schäden

Christian Liehner © Christian Liehner
Christian Liehner
am
Mittwoch, 04.08.2021 - 16:32
Wildkaninchen sitzen auf Gras. © J.C.Salvadores - stock.adobe.com
Auch Wildkaninchen sorgen für massive Schäden.

Eine Studiengruppe des Senckenberg Forschungsinstituts hat erstmals detailliert die erfassten wirtschaftlichen Schäden durch gebietsfremde Arten in der EU für die vergangenen 60 Jahre ausgewertet. Zu den einflussreichsten Bioinvasoren gehören demnach die Wanderratte, eine Beifuß-Art (Ambrosia artemisiifolia), Wildkaninchen, eine Käferart und ein Plattwurm. Allein die Wanderratte sorgte für Schäden im Bereich von 5,5 Milliarden Euro. 

Die größten registrierten Schäden entstanden dabei in der Land- und Forstwirtschaft mit einem Volumen von 116,61 Milliarden Euro im Zeitraum von 1960 bis 2020.

Viele Neozoen gar nicht einberechnet

Deutschland gehört mit Großbritannien, Spanien und Frankreich zu den besonders betroffenen Ländern. Dass das Ausmaß der Schäden vermutlich noch deutlich zu niedrig beziffert ist, wird an folgenden Zahlen der Forschungsgruppe deutlich: In Deutschland sind gerade einmal 28 der knapp 200 als invasiv geführten Arten als wirtschaftlich schädigend anerkannt. Der Wäschbar – um nur ein Beispiel zu nennen – der sich seit Jahren rasant ausbreitet und vielfältige ökologische wie wirtschaftliche Schäden anrichtet, ist dabei nicht mit einbezogen.

Massive Kostenzunahme erwartet

In Deutschland allein lagen die berechneten Mindestzahlen der erfassten Schäden bei gut 8,21 Milliarden Euro. Indirekte Kosten, wie Gesundheitsschäden durch Kot und eingeschleppte Krankheiten, oder ökologische Schäden sind nicht berücksichtigt. Die Forscher warnen: Die Invasionsraten steigen weiter massiv, wobei sich die Kosten die durch invasive Arten verursacht werden in den vergangenen Jahrzehnten pro Jahrzehnt verzehnfacht haben.


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