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Intersex-Reh erlegt

Foto: Elisabeth Petrasch-Pawrez © Elisabeth Petrasch-Pawrez
Kein Bock, keine Ricke: Gehörn und Schürze sind deutlich zu sehen. Foto: Elisabeth Petrasch-Pawrez © Elisabeth Petrasch-Pawrez

Kein Bock, keine Ricke: Gehörn und Schürze sind deutlich zu sehen. Foto: Elisabeth Petrasch-Pawrez

Das Stück hatte sowohl Gehörn, als auch Schürze. Prof. Dr. Jörg T. Epplen von der Ruhr-Universität Bochum (RUB) hatte das Reh selber erlegt und wollte die Eigenart des Tieres genauer untersuchen. Um die Besonderheit zu bestimmen, sequenzierte das Team um Epplen zunächst das Erbgut eines normal entwickelten Rehbocks. Dann verglichen die Experten es mit dem des Intersex-Tieres. Dabei wurden vor allem die Gene, die das Geschlecht bestimmen, untersucht.
In den Zellen fanden sie schließlich den weiblichen Chromosomensatz (XX, nicht XY). Bis auf eine Ausnahme war alles normal. Nur das „SOX9-Gen“, das die Ausbildung von Eierstöcken unterdrückt, kam dreifach anstatt nur zweimal vor. Deswegen handelt es sich auch nicht um einen Zwitter, der sowohl männliche als auch weibliche Keimdrüsen besitzt. „Technisch war es außerordentlich anspruchsvoll und langwierig, diesen Befund zweifelsfrei für das ganze Gen zu belegen“, so Epplen gegenüber jagderleben.

BS


Quelle: www.jagderleben.de