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Internet: Aus für www.wildtiere-live.de

Der Deutsche Jagdschutzverband sieht sich genötigt, seine Internet-Plattform über heimische Wildtiere aufzugeben. Foto: Seitenausriss


Nach fast sieben Jahrenauf Sendung sollte EndeMärz 2010 alles vorbei sein: Die Live-Kamera im Wildfreigehege Hellenthalhätte zumletzten Mal bewegte Bilder ins Internet gesendet. Jetzt hat das DJV-Angebot www.wildtiere-live.de wohl noch eine kurze Gnadenfrist - das Ende scheint jedoch besiegelt. Bis dato konnten täglich tausende Internetnutzer über die Plattform abwechselnd einen Blick in das Leben eines Rotwildrudels und einer Wildschweinrotte werfen.
Hatte wildtiere-live.de zu seinen besten Zeiten weit über eine Million Seitenaufrufe pro Monat, waren es schließlich, trotz längeren Ausfällen der Übertragung, noch rund 200.000. Immer öfter zollte die Technik dem beständigen Außeneinsatz Tribut, und es kam zu Störungen. Es war nur noch eine Frage der Zeit, wann die Technik endgültig versagt. Leider fehlen die Finanzmittel, um die Anlage zu modernisieren und wildtiere-live.de längerfristig weiterzuführen. Daher entschloss sich das Präsidium, die Übertragung zu beenden.
Das Internetprojekt, das am 15. September 2003 auf Sendung ging, war damals ein echtes Novum im Netz. Wildtiere live in Echtzeit mit außergewöhnlich guter Bild- und Tonqualität am Computer beobachten zu können, das gab es so noch nicht. Hirsch Heinz, Hauptdarsteller der Rotwildfamilie, avancierte zum Medienstar. Sein Röhren beeindruckte Anne Will in den Tagesthemen, sein Haupt zierte unzählige Zeitungen und auch ausländische Medien reisten bis in die Eifel, um den imposanten Hirsch ins französische, englische oder russische Fernsehen zu bringen.
Im März 2004 kam eine zweite Kamera hinzu, die eine Wildschweinrotte beobachtet. Spektakuläre Einblicke in das Wildschweinleben wechselten mit Familiengeschichten aus der Rotwildsippe ab. Die Seiten wurden komplett ins Englische übersetzt. Die innovative Technik ermöglichte es schließlich sogar, vom heimischen PC aus die Steuerung der Kamera zu übernehmen. Die Beliebtheit des etwas anderen Internetprojektes belegen Zahlen wie: rund 43 Millionen Seitenaufrufe, über 2.000 Sendetage, fast 50.000 Sendestunden und weit über 1.000 Beiträge in den Medien. DJV/RJE