Home News Intensive Bejagung schadet Gamswild in Bayern

Intensive Bejagung schadet Gamswild in Bayern

Hannah Reutter. © Hannah Reutter
Hannah Reutter
am
Montag, 18.05.2020 - 16:06
Die deutsche Wildtierstiftung betrachtet die Gamspopulation in Deutschland und Österreich als stark bedroht. © Erich Marek
Die deutsche Wildtierstiftung betrachtet die Gamspopulation in Deutschland und Österreich als stark bedroht.

Die Debatte um die Gams in Bayern schwelt seit Jahren. Neu entfacht wird sie nun durch eine Studie, welche die Deutsche Wildtierstiftung gemeinsam mit dem Internationalen Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) durchgeführt hat. Die Alpengams unterliegt der FFH-Richtlinie der EU sowie der Berner Konvention. Dadurch sind die Länder dazu verpflichtet, ein genaues Monitoring und Management durchzuführen. Nur dann dürfte die Gams gejagt werden.

Auch der Deutsche Jagdverband hat sich dem Thema Anfang des Jahres angenommen und ein Positionspapier zur Gams veröffentlicht.

Vorwurf: Kein Monitoring und dennoch Jagd

Die durchgeführte Studie wirft Deutschland, im Besonderen Bayern, sowie Österreich vor, in diesem Punkt nachlässig gewesen zu sein. Die Deutsche Wildtierstiftung gibt in einer Pressemitteilung an, dass die beiden Länder lediglich die Abschusszahlen an die EU gemeldet hätten und dabei weitere Daten völlig außer Acht gelassen hätten. Unter anderem wiesen die Untersuchungen daraufhin, dass das Gamswild in Bayern zu intensiv bejagt werde. Teilweise gäbe es Gebiete, in denen die Gams gar keine Schonzeit mehr habe. Insbesondere die bayerischen Staatsforsten stehen in der Kritik für die Gamsjagd. 

Seit Jahren liegt die Streckenzahl in Bayern bei etwa 4.000 Stück Gamswild pro Jagdjahr. Davon werden beinahe 70 Prozent auf den Flächen der Staatsforsten erlegt. In Österreich werden jährlich in etwa 20.000 Gamsen erlegt. CIC und Deutsche Wildtierstiftung fordern ein umfassendes Monitoring sowie lokale Ruhezonen, damit sich die Populationen wieder erholen könnten. 

Einem Bericht zufolge, welchen das Bundesumweltministerium veröffentlichte, sei der Erhaltungszustand der Gams "günstig".


Kommentieren Sie