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Influencer zerstören Natur: Nationalpark kritisiert Foto-Hype

Gumpen-Königssee © foxtrotromeo - stock.adobe.com
Die Gumpen oberhalb des Königssee ist ein beliebter Foto-Spot.

Ein „Schnappschuss“ aus Bayern sorgt derzeit für Aufregung im Netz: Die Influencerin und Schauspielerin Yvonne Pferrer hatte vergangene Woche Aufnahmen aus einem Naturpool im Nationalpark Berchtesgaden auf Instagram gepostet. Die Aufnahme zeigt die Frau, welche 1,2 Millionen Follower auf der Plattform hat, im Bikini im Wasserfall am Königssee. Außerdem wurden Videoaufnahmen gepostet, die vermutlich mit einer Drohne gefilmt wurden.

Der Nationalpark Berchtesgaden übt daran nun harsche Kritik. Auf seiner Instagramseite schreibt der Nationalpark: „Der Wasserfall am Königssee ist dem Überfall durch Influencer zum Opfer gefallen. Das früher ruhige und abgelegene Naturparadies leidet.“ Die Gumpen würden im Netz immer häufiger „getaggt, gepostet und geliked“ werden. Tausende Nachahmer seien ihren Idolen gefolgt und hätten den Ort für die Socialmedia-Fotos aufgesucht. Die Ufervegetation sei mittlerweile komplett zertreten und die Fotohungrigen hätten Berge an Müll hinterlassen. Doch nicht nur die Natur rund um den beliebten Naturpool leidet, auch hätte die gefährliche Stelle bereits Tote gefordert. Im April 2019 starben zwei Männer. Beide waren ertrunken.

Pferrer kommt Bitte um Löschung bisher nicht nach

Mit diesem Beitrag löste Yvonne Pferrer die Diskussion aus.

Der Nationalpark ruft dazu auf, solche Orte nicht mehr aufzusuchen und derartige Posts bzw. Wegbeschreibungen zu diesen Orten zu löschen. Der Nationalpark schrieb Yvonne Pferrer nach eigener Auskunft direkt an und bat um Löschung des Beitrags. In einem Kommentar unter dem Beitrag von Pferrer schreiben sie außerdem: „Du hast eine sehr hohe Reichweite und damit viel Einfluss auf viele Menschen. Dir sollte bewusst sein, dass diese Bilder vom Wasserfall auf Instagram auf die Natur, Tiere und Pflanzen, die Besucher und deine Follower sehr schlimme Folgen nach sich zieht.“ Außerdem weißt der Nationalpark daraufhin, dass Drohnenflüge im Nationalpark verboten seinen und die geposteten Aufnahmen dahingehend nun geprüft werden. Rund 82.000 User gefallen die fraglichen Fotos der Schauspielerin, doch auch kritische Kommentare mehren sich. Der Bitte um Löschung des Beitrags ist Pferrer auch einige Tage später noch nicht nachgekommen.


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