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"Ideologischer Bockmist"

Vertrauensbasis zerstört (v.l.): Landesjägermeister Andreas Schober und Umwelt-Staatssekretär Klaus Borger. Foto: Günther Klahm/Umweltministerium Saarland


"Wir brauchen keine Jagdgesetz-Novellierung hier im Saarland", stellte Landesjägermeister Andreas Schober bei der Tagung in Eppelborn-Humes (Landkreis Neunkirchen) fest. Der bisherige Entwurf sei "handwerklich miserabel" und von "ideologischem Bockmist" durchsetzt. Er enthalte zu viele Verbote, wie aber stehe es mit deren rechtsstaatlichen Begründung? Womit lasse sich zum Beispiel das Verbot der Bejagung von Rebhuhn, Waldschnepfe oder Baummarder rechtfertigen?
Alle Bundesländer schauten auf das Saarland, um gegebenenfalls ihr Jagdgesetz auch ändern zu können. Schober forderte die Landespolitiker auf, "hier das Schlimmste zu verhindern". Waidgerechtigkeit und Hege müssten in jedem Jagdgesetz verankert bleiben. Die VJS werde daher ihr Möglichstes tun, "um weiteren Unfug" in der Jagdgesetzgebung zu verhindern.
Hart ins Gericht ging der Landesjägermeister mit Umwelt-Staatssekretär Klaus Borger (Die Grünen). Dass er nur seine Klientel, nämlich extreme Tierschützer, Gutmenschen im Naturschutz und Förster auf seiner Linie, bediene, nicht aber die rund 3.500 VJS-Jäger und sich nicht an Zusagen halte, bezeichnete Schober als "Schweinerei". Borger sei "kein vertrauenswürdiger Partner".
Auch mahnte er die Solidarität zwischen den forstlichen und privaten Jägern an, insbesondere bei der Bejagung des Schwarzwildes. Einen generellen Wald-Wild-Konflikt sehe er nicht. Punktuelle Konflikte zwischen Waldbewirtschaftern und den Jägern ließen sich auch vor Ort lösen.
Für Erheiterung sorgte ein Schreiben Borgers an die VJS, worin dieser auf die Formulierung "Wald vor Wild" bestand, weil es nach der Straßenverkehrsordnung auch nicht "rechts und links" heißen könne. Günther Klahm