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Icarus – Wildtierbewegungen aus dem All beobachten

Nicht nur Zugvögel sollen mit Sendern ausgestattet werden (Symbolbild). © NJ - stock.adobe.com

Für das deutsch-russische Forschungsprojekt Icarus zur Erfassung von Tierwanderungen gibt es nach einigem Hin und Her nun einen Starttermin für den Sommer. „Wir haben mit den russischen Kollegen derzeit ein Anschaltdatum für den 24. Juni vereinbart“, sagte Johannes Weppler vom Deutschen Zentrum für Luft-und Raumfahrt (DLR/Bonn) am Montag. Beteiligt sind neben dem DLR die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos, das Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell und die Universität Konstanz.

Die Forscher wollen die Tiere etwa mit daumennagelgroßen und fünf Gramm schweren Mini-Sendern ausstatten und von der Internationalen Raumstation ISS aus beobachten. Dafür war im vergangenen August eine Antenne bei einem Außenbordeinsatz an der ISS installiert worden.

Frühwarnsystem für Naturkatastrophen

Die Wissenschaftler erhoffen sich von dem Projekt Aufschluss etwa über Wanderungen von Zugvögeln, was zum Artenschutz beitragen soll. Zudem könnte Icarus in der Zukunft als Frühwarnsystem etwa für Naturkatastrophen wie Erdbeben und Vulkanausbrüche dienen. Ursprünglich sollte Icarus Anfang 2019 starten. Wie der "Spiegel" berichtet, gab es anscheinend Unstimmigkeiten zwischen den deutschen und russischen Projektpartnern, weshalb sich der Start verzögerte. Die Vorbereitungen für das Projekt dauerten fast zwei Jahrzehnte.

Die deutschen Partner finanzieren die Entwicklung der Technik, die Russen kümmerten sich um den Transport der Antenne zur ISS und die Installation im All. Das Projekt könnte die These stützen, dass Tiere etwa vor dem Ausbruch von Naturkatastrophen unruhig werden oder ihr Verhalten ändern. Zudem könnten Auswirkungen des Klimawandels auf Zugtiere beobachtet und Schädlingsplagen wirksamer bekämpft werden, hoffen die Wissenschaftler. Forscher weltweit interessieren sich für die Möglichkeiten, die Icarus bietet. dpa


Redaktion Niedersächsischer Jäger Seit über 60 Jahren ist der Niedersächsische Jäger das Jagdmagazin zwischen Ems und Elbe.
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