Home News Hybridnachwuchs und Nutztierschäden: Wölfin darf erlegt werden

Hybridnachwuchs und Nutztierschäden: Wölfin darf erlegt werden

Hannah Reutter. © Hannah Reutter
Hannah Reutter
am
Samstag, 04.01.2020 - 16:22
Einzelner-Wolf-Schnee © Erich Marek
Die Ohrdrufer Wölfin soll wegen einer Bedrohung der Nutztierbestände entnommen werden (Symbolbild).

Auch in Thüringen darf nun ein Wolf erlegt werden, um damit weitere Schäden an Nutztierbeständen zu vermeiden. Die Ohrdrufer Wölfin GW267f hat nachweislich in mindestens sieben Fällen wolfssichere Einzäunungen überwunden und in Nutztierherden erheblichen Schaden verursacht. Am 23. Dezember 2019 hat deshalb die zuständige Bewilligungsbehörde, das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz, eine Ausnahmegenehmigung für die Entnahme des Tieres erteilt. Laut einer Pressemitteilung seien „Fachleute mit der schwierigen Aufgabe betraut.“

Das Bundesnaturschutzgesetz wurde erst wenige Tage zuvor geändert, um in solchen Situationen einen Abschuss zur Abwendung weiterer Schäden zu ermöglichen.

Auch Welpen sollen entnommen werden

Die Wölfin hatte in der Vergangenheit bereits zweimal Nachwuchs. Bei beiden Würfen handelte es sich um Hybridwürfe. Die Wölfin verpaarte sich 2017 mit einem Haushund. Die Welpen wurden aus naturschutzrechtlichen Gründen entnommen. Doch mit einem der männlichen Nachkommen zeugte sie erneut Welpen, welche zu Beginn des Jahres 2019 zur Welt kamen. Auch diese sollen getötet werden. Im Herbst wurde ein weiterer männlicher Wolf in dem Territorium bestätigt. Scheinbar hat die Wölfin nun einen reinrassigen Partner. Dieser soll nicht entnommen werden.

Nach Niedersachsen und Schleswig-Holstein ist Thüringen damit das dritte Bundesland, welches aktuell auf der "Jagd" nach einem Wolf ist. Die Bemühungen in Norddeutschland sind bislang erfolglos, weshalb die Abschussgenehmigungen immer wieder erneuert werden.