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Hundesteuer reduziert: Jagdhunde erfüllen wichtige Aufgaben

Gemeinde Nohfelden (Saarland) beschließt Senkung der Hundesteuer für Jagdhunde (Symbolbild). © Erich Marek

Jagdhunde sind Diensthunde und erfüllen zentrale Aufgaben, ist sich der Gemeiderat der Gemeinde Nohfelden im Saarland (Kreis St. Wendel) nun mehrheitlich sicher. “Gerade ausgebildete Jagdhunde vermeiden Tierleid in vielerlei Hinsicht“, zitiert die Saarbrücker Zeitung den St. Wendeler Kreisjägermeister Michael Saar. Die ablehnende Haltung der SPD-Fraktion, zweitstärkste Kraft im Gemeinderat, die Jagd- und Jagdhunde als Hobby sieht, verärgert den Kreisjägermeister: „Wenn sich Volksvertreter mit der dörflichen Kultur, zu der die Jagd auch zählt, so wenig auseinander setzen, dürfte der Begriff Hobby-Politiker wohl treffender sein.“ Die Abstimmung fiel mit 14 zu 13 Stimmen denkbar knapp aus. 

Pächter bekommen eigenständige Entscheidungsmacht

Der Gemeinderat in Nohfelden hat beschlossen, dass pro Jagdbezirk bis zu vier Hunde gemeldet werden können, für die eine Steuererleichterung gelten soll. Insgesamt können in den 15 Revieren der Gemeinde also etwa 60 Hunde gefördert werden. Die Verwaltung geht davon aus, dass diese Zahl den Verhältnissen in den Revieren auch gut entspricht.

Die Entscheidung welcher Hund die Steuererleichterung erhält, liegt allein bei den Revierpächtern. Der Nachweis von Brauchbarkeitsprüfungen wurde in der Gemeinderatssitzung diskutiert, jedoch bewusst verworfen, so Hubertus Kuhn von der Gemeindeverwaltung Nohfelden: "Für uns ist es wichtig, dass der Hund tatsächlich brauchbar ist und das soll der Jagdpächter entscheiden". 

Die Steuerentlastung selbst soll unbürokratisch ablaufen: Der Pächter benennt die Hundehalter die entlastet werden sollen, worauf die Verwaltung 40 Euro pro Hund direkt zurückerstattet. Die reguläre Hundesteuer beträgt in der Gemeinde Nohfelden momentan 62 Euro für den ersten Hund.

Hund als Jagdhelfer kann Privilegien in Anspruch nehmen

Hundesteuern werden von der Gemeinde erhoben. Einzelne Gemeinden haben bereits generelle Ausnahmen für Jagdhunde beschlossen, aber auch Einzelausnahmen der Regelbesteuerung sind teilweise möglich.

Jagdhunde verrichten einen Dienst und nehmen öffentliche Interessen wahr. Der Hund übernimmt als Jagdhelfer Aufgaben des Jagdschutzes, nicht nur bei der Jagdausübung, sondern auch bei Unfallwild. Die Nachsuche auf krankes Wild ist aktiver Tierschutz, also eine Aufgabe mit Verfassungsrang. Verantwortungsvolle Jagd ist ohne brauchbare Hunde nicht möglich.

Grundanforderung für die Befreiung sind üblicherweise eine Brauchbarkeitsprüfung und der Einsatz im jagdlichen Betrieb. Ein brauchbarer Jagdhund ist damit einem Diensthund vergleichbar und kann auf Antrag auch in anderen Gemeinden eventuell von der Hundebesteuerung ausgenommen werden. CL


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