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Hunde reißen Kitz: Jäger hält Mahnwache an Spazierweg

Aufrütteln: Der Jäger entschloss sich, das Kitz nicht einfach rasch zu versorgen, sondern die Spaziergänger über den Riss aufzuklären. © Martin Kugelmann
Aufrütteln: Der Jäger entschloss sich, das Kitz nicht einfach rasch zu versorgen, sondern die Spaziergänger über den Riss aufzuklären.

Es war bereits das zweite Kitz, das Jäger Martin Kugelmann bei Baldham (Bayern), innerhalb weniger Wochen von Hunden gerissen am Spazierweg bergen musste. Kein Einzelfall in dem vielbesuchten Revier. "Ich habe schon alles versucht, über Polizei, Ordnungsamt, Zeitung – es interessiert einfach keinen wie hier Wildtiere unnötig zu Tode kommen", so der Waidmann.

Das diese Woche von seinem Jagdhund am Wegrand aufgespürte Kitz war sogar noch warm, als Kugelmann es auf seinem Reviergang auffand. Die zahlreichen Bissverletzungen und der Fundort unmittelbar am Weg im lichten Hochwald belegen, dass der Halter des verantwortlichen Hundes fast zwangsläufig den Todeskampf des schreienden Kitzes mitbekommen haben muss. Eine Meldung bei Jäger oder Polizei – Fehlanzeige.

Auftakt für eine Ungewöhnliche Aktion: "Ich habe einfach die Heckklappe an meinem Revierfahrzeug aufgemacht, mich draufgesetzt und gewartet, was passiert", beschreibt Martin Kugelmann den spontanen Einfall. "Ich wollte, dass die Leute einmal sehen, was hier andauernd passiert." Das Kitz liegt derweil mit gut sichtbaren Rissspuren und einem Bruch als Zeichen des Respekts vom Jäger in der Wildwanne.

Die Bissverletzungen des Kitzes waren gut auszumachen. © Martin Kugelmann

Die Bissverletzungen des Kitzes waren gut auszumachen.

Positive Reaktionen und nachdenkliche Gesichter

Weit über 40 Personen, von Sportlergruppen über Gassigeher und Spaziergänger, seien in zwei Stunden vorbeigekommen, berichtet der Jäger. Die Reaktionen oft betroffen und entsetzt, aber immer positiv gegenüber seinem Anliegen die Wildtiere zu schützen. Viele hätten von sich aus das Gespräch gesucht. Wichtig sei ihm aber auch, zwar aufzurütteln, aber auch niemanden zu traumatisieren. "Bei einem Vater mit seinem kleinen Sohn habe ich die Wildwanne natürlich weg".

Insgesamt zieht Kugelmann eine sehr positive Bilanz seiner ungewöhnlichen Aktion: "Ich denke, ich konnte einigen Menschen ein besseres Verständnis vermitteln, wie wichtig es ist, Hunde im Sichtbereich zu halten oder anzuleinen und Rücksicht auf das Wild zu nehmen".


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