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Hund reißt Reh: Hundebesitzer uneinsichtig

Erst als das Reh verendete, ließ der Hund davon ab. © privat

Erst als das Reh verendete, ließ der Hund davon ab.


Der tragische Vorfall mit einem gerissenem Reh ereignete sich bereits Ende Juni nahe Peiting (Landkreis Weilheim-Schongau, Bayern). Nach Angaben des Revierpächters gegenüber der Redaktion hetzte ein freilaufender Hund das Reh aus einem Wald heraus.

Er verfolgte es weiter über landwirtschaftliche Flächen, bis es sich in einem Zaun verfing. Ein Jäger, der gerade mit seiner Frau spazieren ging, habe den Vorfall beobachtet. Der Jährling konnte sich noch einmal befreien, jedoch fasste der Hund erneut nach.

Hund knurrt Jäger an

Der Jäger eilte herbei und wollte den Hund verscheuchen. Dieser jedoch knurrte ihn an und verteidigte seine Beute. Laut Pächter sei sein Kollege ein sehr erfahrener Hundeführer, der solch eine Situation einschätzen könne. Ihm sei nichts anderes übrig geblieben, als den Revierpächter und die Polizei zu kontaktieren. Vom Hundehalter fehlte zu diesem Zeitpunkt jede Spur.

Hundehalterin uneinsichtig

Als der Pächter eintraf, befand sich der Hund immer noch am Stück. Erst nach Verenden des Bocks ließ er davon ab, sodass die beiden Jäger ihn einfangen konnten. Während die Polizei den Vorfall aufnahm, kam die Hundehalterin mit einem E-Bike angefahren. Sie wollte ihren Hund holen.

Die Beamten stellten gegen die Besitzerin eine Strafanzeige wegen Jagdwilderei. Sehr einsichtig sei die Halterin nicht gewesen, gab der Revierpächter an. Selbst eine Woche danach, habe sie sich nicht für den Vorfall entschuldigt.

Kein Einzelfall

Probleme mit wildernden Hunden gibt es in der Region sehr oft. Daher setzt sich der Pächter aktiv für eine Leinenpflicht im Gemeindegebiet ein. Er appelliert aber auch an die Jägerschaft mehr Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Seiner Meinung nach müsse die Bevölkerung verstärkt über Wildtiere und die Zusammenhänge der Jagd aufgeklärt werden.


Eva Grun hat mit 16 Jahren ihren Jugendjagdschein gemacht, jagt im Frankenwald und ist seit 2019 Volontärin bei den dlv-Jagdmedien.
Eva Grun mit Drahthaar.