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Hund erschossen: Polizei sieht Jäger im Recht

Ein nicht jagdlich geführter Weimaraner riss ein Reh und wurde vom Jäger erschossen. © pixabay.com/Hans Braxmeier

Im Landkreis Fürstenfeldbruck (Bayern) riss vergangene Woche ein Weimaraner ein Stück Rehwild. Der Hund war zuvor seinen Besitzern entlaufen. Dabei packte der nicht jagdlich geführte Weimaraner in einem Eigenjagdbezirk ein Reh. Der zuständige Jagdausübungsberechtigte konnte den Vorfall beobachten. Er gab mit Schrot einen Warnschuss in die Luft ab. Da dies aber keine Auswirkung auf den am Stück hängenden Weimaraner zeigte, legte er auf den Hund an.

Der Vierbeiner wurde getroffen, ließ von dem Reh ab und flüchtete schwer verwundet. Der Waidmann erlöste das Reh und meldete den Vorfall auf der zuständigen Polizeidienststelle. Dort traf er dann auch auf die Hundebesitzerin. Gemeinsam suchten sie den Vierbeiner im Jagdrevier und fanden diesen schließlich tot auf.

Reh überlebte bereits anderen Hundeangriff

Die Hundebesitzerin fordert nun mit Hilfe ihres Anwaltes 2500 € Schadensersatz für den Hund, sowie 300 € für die entstandenen Anwaltskosten. Besonders tragisch ist, dass vermutlich genau dieses Reh bereits vor einiger Zeit von einem Hund angegriffen wurde, berichtete ein Ortskundiger gegenüber der Redaktion. Völlig geschwächt wurde es von Waldarbeitern aufgefunden und nach dem Aufpäppeln in den Jagdbezirk des bayerischen Jägers gebracht. „Lilly“, so taufte man das Reh, war laut Angaben zwar nie handzahm, aber dennoch menschenvertraut und hatte zeitlebens Angst vor Hunden.

Ein wildernder Hund darf in Bayern von einem Jäger erlegt werden (BayJG Art. 42). Die Polizei sieht deshalb keinen Grund gegen der Jäger zu ermitteln, da er seiner Pflicht des Jagdschutzes nachkam. 


Hannah Reutter geboren in Stuttgart, in der Landwirtschaft aufgewachsen, Jägerin und Führerin von DD & Dackel, seit 2018 bei den dlv Jagdmedien als Volontärin tätig.
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