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Hubertusgedenken: Sinn nicht verstanden?

Hubertushirsch mit Kreuz im Geweih: Anlass, das eigene Tun zu hinterfragen. Foto: JMB © Bloch Josef-Markus

Den "Hubertustag" am heutigen 3. November nehmen nicht nur die Jäger, sondern auch der Tierschutzbund zum Anlass, um öffentlich auf sich aufmerksam zu machen.
Während heute und am kommenden Wochenende Hegeringe und Kreisjägerschaften in vielen Teilen des Landes in Gottesdiensten und Hubertusfeiern ihres Schutzpatrons gedenken, hat der Deutsche Tierschutzbund (DTB) dies bereits im Vorfeld in einer Pressemitteilung kritisiert: "In den Messen können sich Jäger den kirchlichen Segen für ihr Töten von Millionen Wildtieren und Hunderttausenden Hunden und Katzen geben lassen", heißt es darin. Verbunden ist die Kritik mit der Forderung nach einer Reform des Bundesjagdgesetzes und zur Abschaffung der Fallenjagd.
Die Kritk zielt jedoch am eigentlichen Sinn der Hubertusveranstaltungen vorbei. Offenbar hat der DTB die Botschaft dieses Tages und auch den Auftrag der Kirchen nicht verstanden: Beim Hubertustag geht es nicht darum, die Jäger oder das "Töten zu segnen", sondern er dient dazu, um innezuhalten, das eigne (jagdliche) Tun zu überdenken und moralisch einzuordnen. Geistliche, die Hubertusmessen zelebrieren, nutzen die Gelgenheit oft dazu, um die grüne Zunft an ihre Verantwortung für die Schöpfung und die Mitgeschöpfe zu erinnern. Dabei werden häufig auch die Grenzen menschlicher Freiheit aufgezeigt und mit dem Beispiel des Heiligen Hubertus Verzicht und Umkehr gefordert, wo diese Freiheit überschritten wird.
Dafür sollte der DTB den Kirchen dankbar sein, anstatt sie zu kritisieren; wahrscheinlich bewirken diese mehr für die Tiere, als die polemischen Pressemitteilung des Verbandes. JMB