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Hohes Abschuss-Soll war rechtswidrig

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Donnerstag, 21.07.2016 - 02:01
Auerwild rettet Rotwild: Das Naturschutz-Argument brachte den Erfolg vor Gericht. Foto: Erich Marek © Erich Marek

„Es ist ja nicht so, dass wir gar nichts schießen wollen“, sagte der Jäger auf telefonische Anfrage der Redaktion. Mit der Abschuss-Festsetzung durch die Behörde habe er aber ein Problem, weil naturschutzrechtliche Vorgaben nicht berücksichtigt worden seien. Sein Eigenjagdrevier liege nämlich vollständig im "SPA-Gebiet Estergebirge", das unter anderem dem Auerwild eine Heimat biete.
„Die Verlaubholzung durch stetige Verminderung der Herbivoren laufe den Zielen des SPA-Gebiets zuwider“, ist in der Klagebegründung zu lesen. Der Beklagte räume „… der Vorgabe ‚Wald vor Wild’ Priorität ein“. Das beklagte Landratsamt begründete die Abschussplanfestsetzung für das Jagdjahr 2015/ 16 wie folgt: Die Verbisssituation sei „deutlich zu hoch“, der „Ursprung des gesetzlich normierten Vorranges ‚Wald vor Wild’ liege in der überragenden Bedeutung des Waldes …“, und die Befürchtungen über die Auswirkungen auf das SPA-Gebiet seien unbegründet.
Das Gericht überzeugte aber die Argumentation des Klägers, es hob den Bescheid zur Abschussplanung teilweise auf: „Soweit er (also das Amt, Anm.d.Red.) einen höheren Abschuss als vom Kläger vorgeschlagen festsetzt, ist er rechtswidrig und verletzt den Kläger (den Eigenjagdbesitzer, Anm.d.Red.) in seinen Rechten.“
Das Landratsamt habe also nach Meinung des Gerichts, die Belange des Naturschutzes nicht ausreichend berücksichtigt (Aktenzeichen M7K15.3412).
MW