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Hochtragende Färse fiel Wölfen zum Opfer

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Mittwoch, 07.09.2016 - 11:31
Aus dem Graben gab es für die tragende Färse kein Entrinnen mehr. 
Foto: Fabian Stemmermann © Fabian Stemmermann

Nachdem die Wildbestände in den Revieren rund um das Naturschutzgebiet Armstorf-Langes Moor in den letzten Jahren stark durch das Cuxhavener Wolfsrudel dezimiert worden sind, war es nur noch eine Frage der Zeit, dass auch Übergriffe auf Nutztiere in diesem Gebiet stattfinden. Vor mehreren Wochen ist in Lamstedt ein einjähriges Rind gerissen worden. In den ersten Septembertagen hat es nun eine hochtragende, zweijährige Färse mit einem Schätzgewicht von etwa 550 Kilogramm erwischt. Ein Landwirt aus Großenhain bewirtschaftet extensiv etwa 15 Hektar Wiesen und Weiden in dem Naturschutzgebiet. Am ersten Septembersonntag haben vermutlich ein oder mehrere Wölfe die elfköpfige Jungrinderherde „besucht“ und diese in einer etwa einen Kilometer lange Hetze auseinandergetrieben. Die tiefen Eingriffe der Rinder auf Grünland und Wegen zeugen davon. Das hochtragende, schwerverletzte Rind ist schließlich in einen Moorgraben getrieben und getötet worden. Während der Verfolgungsjagd hat das Rind bereits mehrfach auf der Wiese gelegen. Fleischrisse waren am After, an den Keulen und im Nasenbereich zu sehen. Der Darm hing an einer Seite aus dem Körper heraus. An den Grabenkanten sind vermehrt wolfsähnliche Spuren festgestellt und fotografiert worden.
Wolfsberater Olaf Kuball hat das Rind begutachtet und DNS-Proben genommen. Die restlichen zehn Rinder der Herde sind in Panik über drei Kilometer in Richtung Meckelstedt gerannt und dort von Bürgern eingefangen worden. Laut Kuball ist es das erste Mal in Deutschland, dass ein ausgewachsenes Rind von Wölfen gerissen worden ist. Vor ziemlich genau zwei Jahren hatte ein Wolf nachweislich nur knapp zehn Kilometer vom jetzigen Ort des Geschehens entfernt zwei Jungrinder getötet – wir berichteten hier.
Gegen Mitternacht hatte die Polizei den Besitzer des nun gerissenen Tieres benachrichtigt. Am nächsten Abend wurde der Kadaver unter Aufsicht eines Tierarztes vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) aus Oldenburg aus dem Graben gehoben und etwa 1.000 Meter aus dem Moorgebiet an den Geestrand transportiert. Nach „intensiver Nachtwache“ des besagten Tierarztes ist das Rind schließlich von einer Tierkörperbeseitigungsfirma nach Oldenburg zur Obduktion gebracht worden. Ja, das ist deutsche Bürokratie.
Fabian Stemmermann

Wolf in Rheinland-Pfalz gesichtet

Am vergangenen Montag hat ein Jäger bei Neustadt/Wied einen Vertreter der Art fotografiert. Experten gehen davon aus, dass es sich bei dem Tier um einen jungen Durchzügler handelt. Die Bestätigung durch einen Waidmann mache deutlich, dass die Jägerschaft beim Wolfsmonitoring eine wichtige Rolle spielt, betont der Landesjagdverband in einer Pressemitteilung. Es seien zwar keine dramaitschen negativen Auswirkungen für Wildtiere durch erste einwandernde Wölfe zu befürchten, dennoch gebe es nach Ansicht der Jägerschaft keine geeigneten Lebensräume für Isegrim in Rheinland-Pfalz.
PM/BS