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Hirschlausfliegen früh unterwegs


Die Hirschlausfliege wird vielen Jägern bekannt sein. Die kleinen Parasiten fliegen normalerweise Wildtiere an. Am Wirt angekommen werfen sie ihre Flügel ab und krabbeln an eine geeignete Stelle, um dort Blut zu saugen. In diesem Jahr sind sie laut einiger Medienberichte wohl sehr früh unterwegs. Normalerweise fliegen die kleinen Plagegeister eher im Frühherbst. Dass Menschen gebissen werden, kommt laut Veterinärexperten Dr. Armin Deutz jedoch relativ selten vor. Normalerweise spürt man die Lausfliegen durch die Haare krabbeln und kann sie rechtzeitig entfernen. Falls es doch zu dem Fall kommen sollte, dass der Mensch von einem der Tiere als Fehlwirt gestochen wird, so stellt sich die Frage nach der Ansteckung mit Bartonella schoenbuchensis. Die Bakterien können von der Hirschlausfliege übertragen werden und stehen in Verdacht Hautreizungen und andere Symptome auszulösen, so eine Studie an der Universität Basel.

Ansteckungsgefahr unklar

Prof. Dr. Volkhard Kempf, der das vom Robert-Koch-Institut berufene Konsilliarlabor für Bartonella-Erkrankungen leitet, erklärte gegenüber der Redaktion, die Gefahr der Ansteckung mit Bartonellen durch die Hirschlausfliege könnte aufgrund mangelnder Methodik nicht beantwortet werden, dürfte aber gering sein. Auch für unsere Hunde können die Lausfliegen zur Plage werden. Beim Aufbrechen befallenen Schalenwilds, würden die Parasiten eher selten auf den Menschen überspringen, so Dr. Deutz weiter. So lange der Wirtskörper noch warm ist, blieben die Hirschlausflegen eher dort, als auf einen verhältnismäßig kahlen Menschenarm überzugehen. Am häufigsten sei die Hirschlausfliege naturgemäß in Gegenden mit hoher Wilddichte anzutreffen.


Sascha Bahlinger ist seit 2017 bei den dlv- Jagdmedien als Volontär tätig. Den Jagdschein hat er während des Studiums der Forstwissenschaft 2014 erworben.
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