Hirsch mit Pfeil beschossen

Der Pfeil des Wilderers hat den Oberschenkelknochen des Rothirsches glatt durchschlagen. Foto: Forstamt Oberhof


Ein besonderskrasser Fall von Wilderei ereignete sich in der Weihnachtswoche in Thüringen: Ein Praktikant des Forstamtes Oberhof entdeckte am 21. Dezember im Altertal durch Zufall einen Rothirsch, in dessen Hinterkeule ein Pfeil steckte. Der junge Mann erlöste den mittelalten ungeraden Zwölfer durch einem Fangschuss. Bei der Untersuchung des Stückes zeigte sich, dass ein Karbonpfeil den Oberschenkelknochen des Hirsches glatt durchschlagen hatte.
Die hohe Durchschlagskraft legt die Vermutung nahe, dass der Pfeil von einem professionellen Sportbogen oder einer Armbrust abgeschossen wurde. Die entsprechenden Gerätschaften sind an Personen über 18 Jahre frei verkäuflich.
Wann der Hirsch krankgeschossen wurde, wie lange er an der sicherlich äußerst schmerzhaften Verwundung leiden musste, ließ sich nicht genau ermitteln. „Die Wunde war noch recht frisch, vermutlich lag der Beschuss noch nicht allzu lange zurück“, erklärte Forstamtsleiter Bernd Wilhelm gegenüber der PIRSCH.
Das Forstamt Oberhof hat den Fall bei der Polizei angezeigt, die sichergestellten Knochen und der Pfeil wurden der Ermittlungsbehörde übergeben. Dem Täter droht ein Verfahren wegen Jagdwilderei und Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. SE