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Hirsch im Linienbus

Fast wäre der Bus von der Straße in einen Bach gestürzt. Foto: Ramsbacher, LPD Kärnten © Ramsbacher, LPD Kärnten

Fast wäre der Bus von der Straße in einen Bach gestürzt. Foto: Ramsbacher, LPD Kärnten


Gegen 19.30 Uhr versuchte der Schmalspießer auf der Katschberg-Bundesstraße (B99) über die Fahrbahn zu wechseln. Dann krachte es. Glücklicherweise war der ÖBB-Postbus aber nicht voll besetzt. Neben dem Fahrer, der sich bei dem Zusammenstoß leicht verletzte, befand sich nur ein Gast im Inneren.
Wild um sich schlagend habe der Spießer versucht, von der Armatur wieder auf die Läufe zu kommen, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. Um nicht durch Tritte und das Geweih weiter verletzt zu werden, sei der 53-jährige Fahrer in den Mittelgang geflüchtet. Dort konnte er sich jedoch nur kurz in Sicherheit wiegen, denn auch der Rothirsch versuchte über den Gang einen Ausweg zu finden. Gerade als die beiden Insassen Deckung zwischen den Sitzbänken gefunden hatten, fing auch noch der Bus an zu rollen, denn im Schock hatte der Steuermann vergessen, die Handbremse anzuziehen. Ein Baum stoppte schließlich das Fahrzeug kurz vor einem Böschungsabhang und verhinderte Schlimmeres.
Fahrer und Fahrgast gelang es über die Hintertür ins Freie zu kommen. Nach einer knappen Stunde habe auch der Geweihte diesen Ausgang genommen und sei durch einen Bach geflüchtet, sagte Polizeisprecher Johann Ramsbacher. "Augenscheinlich ohne Brüche oder andere Verletzungen." Da es zu dunkel war, konnten die verständigten Jäger erst am Donnerstagmorgen mit der Nachsuche beginnen. Nachdem der erste Hund keine Spur fand, wurde sicherheitshalber ein weiterer, erfahrener Bayerischer Gebirgsschweißhund angesetzt. "Leider haben wir nicht einen Tropfen Schweiß gefunden", so Walter Dullnig. Rund vier Stunden hätten er und die zwei Hundeführer vergeblich gesucht.
Die Unfallstelle musste für Bergungsarbeiten fast drei Stunden gesperrt werden. Der Passagier blieb unverletzt. Am Fahrzeug entstand ein Sachschaden in Höhe von 15.000 Euro.
MH/PM