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Hirsch auf Brücke genagelt

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Mittwoch, 12.08.2015 - 02:00
Das ist das Haupt des zur Schau gestellten Kolbenhirsches. Foto: privat © Privat
Das ist das Haupt des zur Schau gestellten Kolbenhirsches. Foto: privat

Für die Anwohner und einige Jäger ist der Fall klar: Das war ein Wilderer. Doch so einfach ist die Sachlage nicht, sagte Polizeisprecher Christian Eckel. „Ob der Hirsch wirklich gewildert wurde, ist nicht erwiesen.“ Es wäre auch denkbar, dass das Tier im steilen Gelände abgestürzt ist. Wie jetzt bekannt wurde, entdeckte ein Jäger bereits im Juni die provokante zur Schaustellung an der Stillachbrücke. Bislang konnten die Ordnungshüter den "Rabauken" aber nicht ausfindig machen. Eckel: Deshalb habe man die Akte an die Staatsanwaltschaft in Kempten weitergereicht. "Für uns wäre es wichtig, wenn die Jäger den Hirsch zuordnen könnten und dann den Vorfall zur Anzeige brächten", so der Sprecher.
„Das ist kaum möglich, da sich das Geweih noch im Wachstum befand“, sagte Heinrich Schwarz, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Oberallgäu. Vergleiche mit alten Abwurfstangen seien deshalb nicht möglich. Folglich könne man den Hirsch keinem bestimmten Jagdrevier zuordnen. Schwarz erwähnte im Gespräch einen weiteren Fall. Anfang Juli sei Aufbruch von einem Stück Rotwild an einem Parkplatz gefunden worden. Die Ermittlungen hätten zu einem Anhänger geführt, auf dem Schweißspuren waren. Hier sei ein Gen-Abgleich mit dem Aufbruch gemacht worden. Das Ergebnis ist noch nicht bekannt.
Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Kempten sagte, dass man bezüglich des Hirschhauptes weiter ermittle. Sollte sich aber in den nächsten Wochen kein geschädigter Jäger melden, müsse man die Ermittlung einstellen. Grund hierfür sei ein fehlender Strafantrag, sagte sie der „Augsburger Allgemeinen“.
MH